Start-Ups Berlin: Warum unbedingt die Hauptstadt?

Start-Ups Berlin: Warum unbedingt die Hauptstadt?

Gründer lieben Berlin: woran das liegt (und woran nicht)

Der Büromarkt in Berlin ist so einfach wie nie – zumindest für Vermieter. Der seit Jahren wachsende Vermietungsumsatz und die gleichzeitig geringe Neubauaktivität bescheren der Hauptstadt einen lupenreinen Vermietermarkt: also hohe Nachfrage bei geringem Angebot. Aktuell nimmt der Berliner Büromarkt beim Flächenumsatz die Spitzenposition in Deutschland ein – vor dem langjährigen Spitzenreiter München. Berlin ist so begehrt wie nie.

Schwieriger Markt für Start-Ups

Bürosuchende dagegen, insbesondere Gründer ohne große Reputation, haben aktuell enorme Schwierigkeiten in Berlin überhaupt an Flächen zu gelangen. Von Leerstand kann bei einer (weiter sinkenden) Quote von 2% kaum noch gesprochen werden. Die Folge des Runs: die Mieten steigen kontinuierlich. Spitzenmieten von 30 € pro Quadratmeter und mehr stellen in den Top-Lagen für Büroflächen keine Seltenheit mehr dar (Stand Q4/2017). Das Preisniveau Berlins nähert sich sukzessive den teuersten Standorten München und Frankfurt an. Neubauprojekte können die hohe Nachfrage nicht stillen und sind oft bereits vor dem ersten Spatenstich zu über 50% vorvermietet.

Gerade junge Unternehmen, die Raum für ihre Ideen suchen, tun sich in der sogenannten Gründerhauptstadt Berlin schwer adäquate Flächen zu finden. Berlin hat mit rund 240 Gründern pro 10.000 Einwohner eine enorm hohe Gründungsquote. Zudem zieht es auch arrivierte Unternehmen in die Hauptstadt und viele bereits etablierte Berliner Unternehmen expandieren bei der aktuell starken Wirtschaftslage. Der Flächendruck steigt zusehends.

Finger weg von Berlin? Ganz im Gegenteil!

Für junge Unternehmen beschreiben diese Kennzahlen eigentlich eine lebensfeindliche Umgebung, die es zu meiden gilt. Also weg aus Berlin? Tschüssikowski Hauptstadt? Von wegen. Der Boom entfaltet eine derart starke Anziehungskraft, dass die Nachfrage steigt und steigt. Die lauteste Musik spielt im Bereich Mediaspree in den vielzitierten Szenebezirken Mitte, Friedrichshain und Kreuzberg. Da wollen alle Start-Ups hin – aber warum eigentlich?

Zunächst ist es schlicht natürlich, dass in Ballungsräumen die höchste Gründertätigkeit herrscht – das trifft auch auf den Rest der Republik zu. In diesen Gebieten leben viele Menschen auf engem Raum, die Wege sind kurz, die Synergien hoch. Gerade im „People Business“ Dienstleistung und Handel ein entscheidender Vorteil, wenn nicht sogar eine Grundvoraussetzung wirtschaftlichen Erfolgs.

Bezirk statt Ballungsraum, Kiez statt Kapitale

Doch das Label „Berlin“ ist häufig noch nicht genug – es darf schon etwas mehr sein als nur ein Ballungsraum: Kreuzberg zum Beispiel oder Friedrichshain. Dagegen ziehen Berliner Randbezirke wie Wedding, Steglitz oder Lichtenberg kaum Gründer an, obwohl sich dort Flächenangebot und Mieten deutlich entspannter darstellen, als in den zentralen Lagen. Ein Stadtteil für Start-Ups sollte einen progressiven Ruf haben, aber nicht nur um des Rufes willen. Denn Hipster-Kieze haben nicht nur den Image-Vorteil „Kult“, sondern auch entscheidende Standortfaktoren zu bieten.

Für viele Gründer ist ein Büro in einer attraktiven Lage eine Investition, die sich anderweitig bezahlt macht – im harten Wettbewerb um Talente gilt es, aus der Masse hervorzuragen: Und die Lage, das Büro und seine Ausstattung sind mittlerweile wichtige Faktoren für Berliner Arbeitnehmer. Diese möchten immer stärker flexibel arbeiten. Zeitlich, örtlich und inhaltlich. Im Gegenzug bieten sie dem Unternehmen mehr zeitliches Engagement und ständige Erreichbarkeit. Zu einem gewissen Teil verschmelzen also Arbeitszeit und private Zeit.

Standortfaktor Zuhause

Das bedeutet aber auch, dass Angestellte möglichst nahe an ihrer privaten Peergroup und ihrem Zuhause arbeiten möchten, damit sie diese Verschmelzung ohne zu großen zeitlichen Verlust gestalten können. Gut angebunden, umgeben von Lunch-Hotspots, Cafés und Bars, sind die Kieze rund um Berlin Mitte daher ein Magnet für junge, gut ausgebildete Leute, um die sich Unternehmen im „war for talent“ streiten. So wird die Lage eines Start-Ups in einem Berliner Hipster-Kiez ganz schnell vom Style-Dogma zum betriebswirtschaftlichen Standortfaktor.

Vgl. KfW Gründungsmonitor 2017

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