Medienhafen In Düsseldorf, Deutschland

Der Medienhafen auf dem Weg zum Lifestyle-Standort

Der Düsseldorfer Medienhafen ist bei Büromietern und Anlegern nach wie vor ein beliebtes Ziel. Das beweisen einige Transaktionen der letzten zwölf Monate, unter anderem der von Colliers vermittelte Verkauf des Mediencenters an Barings.

Insgesamt ist der Wandel des ehemals reinen Bürostandortes zu einem gemischt-genutzten urbanen Quartier längst eingeläutet. Aus meiner Sicht eine positive Entwicklung. Die Menschen nehmen die Waterfront Development nicht nur als monostrukturiertes Büroquartier wahr, sondern erleben den Medienhafen auch jenseits der Büroarbeitszeiten und an den Wochenenden als deutlich lebendigeren Stadtteil der kurzen Wege. Inzwischen sind die Nutzungen deutlich stärker durchmischt, auch durch die Wohnungen im nahen Unterbilk sowie durch Gastronomie und Hotels.

Steigender Büroleerstand als Chance, den Medienhafen als lebendigen Stadtteil weiter zu etablieren

Eine zu starke Fixierung auf neue Büroprojekte dürfte für den Standort ein Risiko werden. Zwar ist der Bedarf bei Investoren und Nutzern weiterhin vorhanden, eine Konsolidierung des Angebots sehen wir aber als notwendig an.

Bei einem Umsatzvolumen von jährlich 30.000 bis 40.000 Quadratmetern wäre unserer Ansicht nach ein Leerstand zwischen 20.000 und 30.000 Quadratmetern gesund. Aktuell beträgt der Leerstand im Medienhafen allerdings rund 60.000 Quadratmeter, doppelt so viel wie noch vor zwei Jahren. Das liegt vor allem an der Trivago-Zentrale, deren rund 50.000 Quadratmeter vom Reisevergleichsportal aktuell nur zu etwa einem Fünftel genutzt wird.

Wir bei Colliers sehen angesichts dieser Zahlen die von der Stadt Düsseldorf seit Jahren bevorzugte Ausweitung der Bürobebauung hin zur Mole „Kesselstraße“ nicht als zielführende Lösung. Für solche Neubauprojekte ist der Bedarf aktuell nur eingeschränkt vorhanden. Im Sinn der Nachhaltigkeit wären Revitalisierungsmaßnahmen für einige in die Jahre gekommene Gebäude deutlich effizienter.

Auch sollte die Durchmischung weiter gefördert werden, zum Beispiel mit weiterem Wohnraum. Angesichts der Nähe zum Industriehafen sind hier kreative Lösungen gefragt. Mit Blick auf mehr Aufenthaltsqualität plädieren wir außerdem für ein Begrünungskonzept für das gesamte Quartier. Das würde die dicht bebaute Innenstadt entlasten und den Grüngürtel am Rhein rund um den Landtag erweitern und aufwerten.


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