Was macht eigentlich ein Makler?

Was macht eigentlich ein Makler?

Ein Arbeitstag im Leben eines Immobilienberaters

Guten Morgen, liebe Kollegen! Mein erster Griff morgens im Büro gilt natürlich der Kaffeetasse, der zweite direkt dem Tablet – mein Ziel ist eine Nachrichtenseite. Was sich erstmal nach gemütlichem Frühstück anhört, gehört in Wirklichkeit schon zu meiner Arbeit. Ich informiere mich kurz über neueste Entwicklungen in der Welt, die den Immobilienmarkt betreffen könnten. Etwas ausführlicher scanne ich die Wirtschaftsnachrichten meines lokalen Marktes – möglicherweise lassen sich ja dort Anhaltspunkte für Potenziale ausfindig machen.

Start-up benötigt Raum für Ideen

Hier zum Beispiel: eine Erfolgs-Story über ein Start-up, das eine E-Learning-Plattform für Schüler entwickelt hat. Der Artikel beschreibt auch die Expansionspläne der Gründer, die Ihren Dienst in Zukunft auch in anderen Ländern anbieten möchten. Mit zwei Klicks auf der Website des Unternehmens ist die Telefonnummer schnell in Erfahrung gebracht. Und tatsächlich offenbart sich im Gespräch mit einem der Geschäftsführer, dass die Jungunternehmer aufgrund des personellen Wachstums innerhalb des nächsten Jahres eine räumliche Veränderung anstreben.

Wir vereinbaren, dass ich die Gründer nächste Woche besuche und wir unverbindlich über den Bedarf des Startups und verschiedene Möglichkeiten für neue Büroräume sprechen. Zu diesem Termin lade ich auch meine Kollegin aus dem Workplace Consulting ein, die das Startup zu einem passenden Raumkonzept beraten kann.

Arztpraxis möchte umziehen

In meinem Postfach ploppt indes die Nachricht einer Kardiologin auf, die um einen Anruf und nähere Informationen bezüglich einer Praxisfläche in der Altstadt bittet, die wir gestern per Newsletter an eine ausgesuchte Zielgruppe versandt haben. Nach zwei Anläufen und einer Weiterleitung habe ich sie persönlich an der Strippe und berate sie zum repräsentativen Objekt. Es handelt sich um eine 120 m² große Altbaufläche mit hohen Stuckdecken und tollen Parkettböden.

Zeitgleich sende ich ihr zwei weitere Exposés mit alternativen Flächen per Mail, die ebenfalls in ihr Anforderungsprofil passen und die wir gleich am Telefon durchsprechen. Eines davon findet die Ärztin sehr interessant und möchte es mit den Räumlichkeiten aus dem Newsletter schnellstmöglich besichtigen. Sehr gerne! Ich schlage ihr den heutigen Nachmittag vor. Ein wenig überrascht, dass es so schnell geht, willigt sie ein und wir verabreden einen Termin am späten Nachmittag. Nachdem wir unser Gespräch beendet haben, nehme ich direkt Kontakt zu den Eigentümern der Liegenschaften auf, um diese ziemlich spontane Besichtigungstour zu organisieren.

Ortstermin im leeren Büro

Nach dem Lunch mit den Kollegen breche ich zu einem Ortstermin ganz in der Nähe auf. Der Eigentümer einer Büroimmobilie hatte mich kontaktiert, weil eine seiner Büroflächen seit einiger Zeit leer steht. Dabei ist das Objekt gut an den ÖPNV angebunden, liegt preislich im mittleren Segment und verfügt über eine moderne technische Ausstattung. Wir sind uns schnell einig, dass der Leerstand nicht an den Eigenschaften der Fläche liegen kann und diskutieren folglich Möglichkeiten zur Vermarktung des Objekts. Die gewonnenen Erkenntnisse nehme ich mit zurück ins Büro und vereinbare einen Termin mit der Kollegin aus der Marketing-Abteilung, um mit ihr die Umsetzung der Maßnahmen für das verfügbare Büro durchzugehen.

Immobilienberater unter sich: Meeting mit den Kollegen

Als nächstes steht ein internes Meeting an. Zu dritt besprechen wir den anstehenden Pitch, also unsere Bewerbung um einen Vermietungsauftrag. Wir möchten die Eigentümer davon überzeugen, dass wir das beste Konzept bieten, um den neuen Bürokomplex am Stadtrand zu vermieten. Für diese Pitch-Präsentation legen wir im Meeting das Storyboard fest, also eine Art Drehbuch, wie wir mit unseren Stärken die Vorzüge des hochmodernen Objekts am besten herausarbeiten.

Wir planen einen Film, der die emotionalen Aspekte der Architektur und der Innenausstattung der Immobilie stark unterstreicht. Ausgestattet mit einigen To Dos verabreden wir ein Folgemeeting für die kommende Woche.

Besichtigung der Praxisfläche in der Altstadt

Weil das Meeting mal wieder länger gedauert hat als veranschlagt, muss ich mich beeilen, um pünktlich beim ersten Besichtigungstermin mit der Kardiologin zu sein. Die erste Fläche (120 m², Stuckdecken, Parkett) gefällt ihr richtig gut – doch zweifelt sie daran, ob die Räumlichkeiten bezüglich Größe und Aufteilung die richtige Lösung für die Ausrichtung ihrer Praxis sind.

Zwei Straßen weiter liegt die Praxisfläche, die ich ihr noch zusätzlich anbieten konnte. Diese hat zwar keine Stuckdecken, verfügt jedoch über 20 m² mehr Fläche, einen zusätzlichen Raum und einen ebenso schönen Parkettboden. Volltreffer! Schnell ist die Ärztin vom Gesamtpaket des Objekts begeistert und beginnt in Gedanken schon die Raumaufteilung und -ausstattung. Die Fläche passt genau zu ihren Bedürfnissen. Nachdem wir nochmal alle Fakten durchgegangen sind, vereinbaren wir einen Termin zum Abstimmungsgespräch in ein paar Tagen und verabschieden uns für heute.

Auch für mich ist nun Feierabend. Ereignis- und abwechslungsreich: es war ein typischer Arbeitstag eines Immobilienberaters. Auf meinem Heimweg erledige ich noch zwei Telefonate, freue mich auf einen entspannten Abend und einen spannenden morgigen Tag.

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