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International Women’s Day 2022: Milena-Lilly Stengel im Interview

Milena-Lilly Stengel ist Senior Consultant Office Letting im Team von Colliers Deutschland am Standort Düsseldorf. Sie ist bereits seit 2013 bei Colliers. Anlässlich des International Women’s Day 2022 haben wir sie gefragt, was ihre Tipps für eine Karriere in der Immobilienbranche sind und warum sie sich bei Colliers auch nach einigen Jahren noch so wohlfühlt wie am ersten Tag.

Milena, warum hast du dich damals für Colliers als Arbeitgeber entschieden?

Bei mir war es tatsächlich so, dass Colliers zu Beginn nicht nur mein Arbeitgeber war, sondern auch mein Ausbildungsunternehmen. Ich habe 2013 hier meine Ausbildung begonnen – Colliers ist also mein erster und einziger Arbeitgeber. Die Vorstellungsgespräche waren sehr freundlich und ich habe mich gleich gut aufgehoben gefühlt. Es war einfach von Beginn an eine tolle, familiäre Atmosphäre und das ist bis heute so. Natürlich sind auch Wissen und Kompetenzen wichtig, aber ich hatte das Gefühl, dass immer ich als Mensch im Fokus stand.

Welche positiven Entwicklungen gab es in der Immobilienbranche im Hinblick auf Geschlechtergleichheit in den letzten Jahren?

Ich selbst nehme eventuelle Ungleichheiten wenig wahr, da ich durch meinen persönlichen Werdegang bei Colliers gar nicht dafür sensibilisiert bin. Hier wird einfach nicht zwischen Männern und Frauen unterschieden, sondern jeder hat die gleichen Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten. Ich habe das Gefühl, dass deutlich mehr Frauen in den Immobilienbereich kommen und dass auch das Beratungsgeschäft weiblicher wird. Die Branche war ja sehr lange vorwiegend männlich dominiert. Ich habe mittlerweile viele Kolleginnen in anderen Beraterhäusern und auch der Nachwuchs ist deutlich stärker weiblich geprägt. Ich bin bei uns für die Auszubildenen zuständig und beobachte, dass sich mittlerweile genauso viele Frauen wie Männer bei uns bewerben. Da ist schon einiges an Bewegung zu beobachten.

Was muss sich auf dem Arbeitsmarkt noch ändern?

Es müsste generell mehr Unterstützung für Familien geben. Egal ob Männer oder Frauen eine Auszeit nehmen, aber aktuell ist es für die meisten noch sehr schwierig, nach einer Pause in den Beruf zurückzukehren. Es müsste außerdem generell mehr Möglichkeiten geben, auch Führungspositionen in Teilzeit auszuüben und sich trotz Familie beruflich weiterzuentwickeln. In vielen Unternehmen und generell in vielen Branchen scheint es nach wie vor Probleme zu geben, beides unter einen Hut zu bekommen, was sich dann in einer geringen Frauenquote zeigt. Ich habe bei Colliers mehrere Kolleginnen, die in Teilzeit arbeiten. Bei uns wird das sehr individuell gehandhabt: Wir sprechen miteinander und finden gemeinsam die beste Lösung für jeden.

Was sind deine persönlichen beruflichen Ziele bei Colliers?

Mein Ziel ist es, innerhalb des Teams entsprechend aufzusteigen. Ich bin jetzt Senior Consultant und die nächste Stufe wäre Associate Director. Ich denke, da sind auch die Möglichkeiten gegeben, da Colliers einem da nicht im Weg steht. Im Gegenteil: Mitarbeiter werden sehr gefördert und unterstützt.

Welche drei Tipps würdest du Berufseinsteigerinnen von heute geben?

Ich finde es wichtig, dass man sich sehr frühzeitig mit dem Thema Beruf auseinandersetzt: Was möchte ich wirklich machen, was interessiert mich? Bevor ich meine Ausbildung begonnen habe, habe ich zum Beispiel mehrere freiwillige Praktika gemacht, um herauszufinden, was ich wirklich will. Das würde ich auch Absolventinnen empfehlen. Außerdem sollte man die Jobsuche motiviert und vor allem mit Freude angehen; nichts ist überzeugender als jemand, der wirklich hinter dem steht, was er sagt und den Job wirklich will. Und, was ganz oft vergessen, wird: den Bewerbungsprozess ernst nehmen und sorgfältig sein. Bewerbungen immer gegengelesen lassen, das erste Vorstellungsgespräch mit jemandem üben und auf ein professionelles Auftreten achten. Das alles sind Kleinigkeiten, die aber eine große Wirkung erzielen.


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