gebogene Außentreppe KPMG Gebäude München

Gebäudearchitektur als Visitenkarte eines Unternehmens

Immer öfter erleben wir bei der Beratung von standortsuchenden Unternehmen, dass die traditionellen Suchkriterien, wie Lage, Qualität, Verkehrsanbindung und wirtschaftliche Aspekte nicht mehr die alleinige Hauptrolle bei der Standortwahl spielen.

Neue Kriterien bei der Standortwahl

Themen wie die Qualität der Gebäudearchitektur und die Gestaltung der Arbeitsplätze laufen den traditionellen Suchkriterien immer mehr den Rang ab. Woran liegt das? Zum einen rückt der Kampf um die besten Mitarbeiter in Zeiten des Wachstums immer mehr in den Mittelpunkt. Die Firmen müssen „den Neuen“ nicht mehr nur einen sicheren Arbeitsplatz, ein gutes Gehalt oder ein Firmenauto bieten, sondern auch einen coolen Arbeitsplatz in einem architektonisch anspruchsvollen Gebäude. Zum anderen legt man Wert darauf, dass sich die Corporate Identity auch immer häufiger im Gebäude widerspiegelt bzw. die Unternehmensarchitektur mit der Gebäudearchitektur übereinstimmt.

Ein cooles Unternehmen sollte, wenn möglich, auch in einem coolen Gebäude sein. Wer Wert auf Prestige und Hochwertigkeit legt, möchte gerne, dass seine Kunden dies auch in der Firmenzentrale wahrnehmen. Kurz um, das Gebäude und die Gestaltung der Arbeitsplätze müssen zu den Mitarbeitern und zur Unternehmensphilosophie passen. Nur dann kann aus einem Gebäude auch eine Visitenkarte werden.

Gebäude- und Innenarchitektur als Spiegelbild der Unternehmensphilosophie

 Viele Projektentwickler haben bereits verstanden, dass eine zielgruppenorientierte Architektur notwendig ist. Daher machen sie sich im Vorfeld der Gebäudeplanung sehr viele Gedanken, für wen sie bauen und welche die jeweiligen Anforderungen dieser Zielgruppen sind. Der 0815-Funktionsbau hat immer weniger Chancen, erfolgreich vermarktet zu werden. Mittlerweile geht es nicht nur um das äußere Erscheinungsbild, sondern vor allem auch um die Qualität der Raumgestaltung und Innenarchitektur. Dass nebenbei die Lagequalitäten natürlich auch noch eine entscheidende Rolle spielen, ist selbstverständlich.

Meisterwerke der Architektur in München

Weltarchitekten wie Sauerbruch Hutton, Antonio Citterio und Nieto Sobejano (um nur
einige zu nennen) hat man vor einigen Jahren in München nur selten angetroffen. Mittlerweise verzieren diverse architektonische Landmarks die bayerische Landeshauptstadt an verschiedensten Lagen.

NOVE by Antonio Citterio

Der Architekt Citterio hat beispielsweise vor kurzem das Bürogebäude „NOVE“ im Arnulfpark fertiggestellt. Er hat nicht nur eine spektakuläre und sehr hochwertige Außenfassade geschaffen, sondern auch seine innenarchitektonischen Qualitäten zur Geltung kommen lassen. Nach dem Motto „The goal of the architecture is the life“ gestaltete Citterio die Allgemeinflächen wie in einem Designerhotel. Hochwertige Materialien, Designermöbel sowie das schlüssige und emotional ansprechende Konzept hat Mieter aus verschiedenen Branchen, von Unternehmensberatung bis hin zum Headquarter der Walt Disney Company, überzeugt.

Bavaria Towers by Nieto Sobejano

„Tomorrow starts today“ ist das Motto der im Bau befindlichen Bavaria Towers im Münchner Osten, die vom Büro Nieto Sobejano mit drei beeindruckenden Bürotürmen und einem Hotelturm als Tor im Münchner Osten geplant wurden. Ca. 80.000 qm Fläche werden im Sommer 2018 bezugsfertig sein: architektonisch einzigartig, hochwertig ausgestattet und repräsentativ. Durch die unterschiedlichen Nutzungskonzepte – von jung and innovativ bis hin zu exklusiv und stylish – werden verschiedene Nutzergruppen von der Generation Y bis hin zum Unternehmensberater angesprochen.

 

Neben der reinen Gestaltung ist bei den Bavaria Towers auch auf die Versorgung der Mitarbeiter geachtet worden, sodass beispielsweise eine Kita, verschiedene Gastronomiekonzepte oder Fitness- und Spa-Angebote im Hotel integriert wurden. Der Entscheidungsfaktor Work-Life-Balance rückt neben dem hohen Architekturanspruch bei diesem Projekt in den Mittelpunkt.

Architektur als Visitenkarte?

Die eingangs gestellte Frage, ob ein Gebäude eine Visitenkarte für ein Unternehmen sein kann, kann ich klar mit Ja beantworten, wenn die äußeren und inneren Gestaltungsthemen zielgruppenorientiert richtig bearbeitet wurden. Dabei hilft der Bekanntheitsgrad des Architekten nur bedingt. Wer zum Beispiel nur auf die Gestaltung der äußeren Hülle eines Gebäudes achtet und das Interieur vernachlässigt, wird bei der Vermarktung schnell feststellen, dass die Büronutzer die Qualität der Außen- und Innenarchitektur auf die gleiche Stufe stellen. Erfolgreich ist also das gesamtheitliche Konzept, das authentisch in die Realität umgesetzt wurde. Auch Visitenkarten werden mittlerweile mit einer Vorder- und Rückseite gestaltet.

 


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