Absatzboom bei Gasheizungen in Deutschland

Absatzboom bei Gasheizungen: Gut oder schlecht?

Die Modernisierung von Heizungen in Wohnimmobilien ist eine der größten Aufgaben unserer Zeit, um die Klimawende so erfolgreich wie möglich zu gestalten. Allerdings muss die Politik hier mit Augenmaß handeln, um Planungssicherheit für Eigentümer, Mieter und den gesamten Wohnmarkt zu schaffen. Wie wir alle wissen, ist das im vergangenen Jahr bei den Turbulenzen rund um die Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes bei Weitem nicht gelungen. Die Kommunikation der Bundesregierung kam einer Katastrophe gleich – und die Folgen zeigen sich jetzt mit Blick auf die neuesten Absatzzahlen des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) für das Jahr 2023.

Absatz von Gasheizungen ist um 34 Prozent gestiegen

Demnach wurden letztes Jahr insgesamt 1,3 Millionen neue Heizungen verkauft. Das ist ein sattes Plus von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und zeigt deutlich an, wie hoch die Sorge vor zu harten politischen Eingriffen und Steuerungen im Markt und bei den Menschen ist. Denn mit 790.500 Einheiten entfiel der mit Abstand größte Anteil auf Gasheizungen und selbst der Absatz von Ölheizungen verdoppelte sich auf insgesamt 112.500 Einheiten im Jahresverlauf. Zwar konnte auch der Absatz von Wärmepumpen um mehr als 50 Prozent auf 356.000 Einheiten gesteigert werden, aber der Boom der Wärmepumpe war vor allem in der ersten Jahreshälfte 2023 zu beobachten. Für 2024 rechnet der BDH mit einem klaren Umsatzeinbruch.

Wärmepumpe muss sich im offenen Wettbewerb durchsetzen

Der hohe Umsatzanstieg bei Gasheizungen wird die Ampelregierung nicht freuen, aber er ist ein sichtbares Zeichen für die Bedeutung von Technologieoffenheit und Marktfreiheit in Deutschland. Jede neu verbaute Heizung, die nach modernen Standards konzipiert ist oder sogar ältere, weniger energieeffiziente Modelle ersetzt, ist begrüßenswert und ein willkommener Schritt in Richtung Klimawende. Wärmepumpen sind ebenso begrüßenswert und haben die Chance, sich im offenen Wettbewerb als die beste und effizienteste Lösung zu etablieren. Aber sie sollten niemandem politisch verordnet werden.


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