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    20. Wald im Klimawandel:

    Welches CO2- und Investment-Potenzial bietet Aufforstung in Deutschland?

    Wald Im Klimawandel

    20. Oktober 2020 – in unserem Web-Talk „Wald im Klimawandel: Welches CO2- und Investmentpotenzial bietet Aufforstung in Deutschland?“ haben wir erörtert, vor welchen Herausforderungen die Forstwirtschaft in Deutschland steht und welche Weichen in Folge des Klimawandels für einen gesunden und nützlichen Wald gestellt werden müssen. Vielen Dank an meine Gäste Dr. Kirsten Thonicke (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung), Hans Ludwig Körner (Bayerischer Waldbesitzerverband e.V.) und Moriz Vohrer (Solidaridad-Network) für eine spannende Gesprächsrunde.

    Multitalent Wald

    Die nachhaltige Produktion von Holz stellt einen enormen Nutzen für unsere Gesellschaft dar und ist als nachwachsender Bau-, Werk- und Brennstoff ein entscheidender Teil unseres alltäglichen Lebens. Darüber hinaus liefert ein intakter Wald zahlreiche weitere Vorteile. Als beliebtes Ausflugsziel dient er, gerade in Zeiten von Corona, als Erholungsgebiet und trägt außerdem zur Erhaltung der Artenvielfalt bei.

    Wald wirkt positiv auf den Wasserhaushalt und beeinflusst die Wasserqualität. Einen Reinigungseffekt haben Bäume auch auf die Luft, aus der sie Ruß und Staub herausfiltern und in die sie Sauerstoff abgeben. Der aktuell wohl am meisten beachtete Nutzen der Wälder ist die Bindung von Kohlenstoff, des Treibhausgases CO2. Damit leisten Waldflächen einen eminent wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

    Nachhaltigkeit durch Diversifikation

    Berechnungen zeigen, dass ein nachhaltig bewirtschafteter Wald mit einer Erhöhung der Baumartenvielfalt, verlängerten Rotationszeiten (Zeitraum zwischen Pflanzung und Holzernte) sowie einem mehrschichtigen Aufbau positive Auswirkungen auf die Bindung von CO2 und die Biodiversität hätte. Es wird allerdings keine One-fits-all-Lösung geben, da die standörtlichen Verhältnisse individuelle Rahmen vorgeben.

    Wald als wichtiger Klimaschützer

    In der Forstwirtschaft gilt Diversität als Ansatz für langfristigen ökonomischen Erfolg. Zudem ist die Durchmischung des Waldes für den Klimaschutz unabdingbar. Politische Maßnahmen zum Erreichen der Klimaschutzziele des Pariser Abkommens greifen deutlich zu kurz, private und privatwirtschaftliche Initiativen müssen diese Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit schließen.

    Staatliche Fördermittel für den Aufbau zukunftsfähiger Wälder sind ein Schritt in die richtige Richtung, doch benötigen Waldbesitzer noch intensivere Unterstützung, um ihren Wald nachhaltig bewirtschaften und im gesamtgesellschaftlichen Sinn pflegen zu können. Private Initiativen für Wiederaufforstungen und/oder die Entwicklung eines geregelten Marktes für Waldklimazertifikate, die in Deutschland generiert werden, können einen wesentlichen Beitrag zur Schließung der Finanzierungslücke leisten.