Matthias Leube

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Informationen gemäß Art. 13 EU-DSGVO

02. Städte vor dem Klima-Kollaps

Wie müssen urbane Räume für Bewohner, Mieter, Investoren gestaltet werden?

Screenshot Web Talk 02

23. September 2020 – Im zweiten Teil der Colliers Web-Talk-Serie „What’s Next?“ habe ich mit Prof. Dr. Jürgen Kropp vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Prof. Dr. Eckhardt Hertzsch von der Joanes Stiftung diskutiert, inwiefern unsere Städte vor dem Klima-Kollaps stehen und welche Maßnahmen helfen, die Folgen des Klimawandels abzumildern, um so die Lebensqualität in Städten zu erhalten oder sogar zu steigern.

Balance zwischen Nachverdichtung und Auflockerung

70-75 Prozent aller CO2-Emissionen weltweit entstehen in Städten und heizen die globale Klimaerwärmung weiter an. Um diesen Wert zu senken und gleichzeitig ein gutes Mikroklima im urbanen Raum zu ermöglichen, müssen Stadtplanung und Immobilienwirtschaft die richtige Balance finden zwischen Nachverdichtung und Auflockerung der Städte. Nachverdichtung reduziert CO2-Emissionen, weil Energie dann effizienter genutzt werden kann. Auflockernde Element wie Frischluftschneisen und Begrünung hingegen verbessern das städtische Klima und erhöhen die Lebensqualität der Menschen.

Städte müssen grüner werden

Die Bedeutung von Frischluftschneisen und Pflanzen in der Stadt wird in der öffentlichen Diskussion häufig unterschätzt. Begrünungen jedoch verbessern zum einen die Luftqualität und sorgen zum anderen für Kühlung. Angesichts der Tatsache, dass die Anzahl der Hitzetage im städtischen Raum inzwischen doppelt so hoch ist wie im ländlichen Umfeld, ist Begrünung damit ein essenzieller Faktor. Daher kann die Parole mit Blick auf den Klimawandel nur lauten: Unsere Städte müssen grüner werden.

Herausforderungen liegen im Bestand

Weniger Emissionen, besseres Stadtklima – diese Formel lässt sich nicht nur auf Ebene der Stadtplanung umsetzen, sondern auch bei ganz konkreten Maßnahmen. Das Thema der Bestandsoptimierung durch verbesserte Dämmung wurde zwar bereits viel diskutiert, ist aber in der Fläche noch nicht ausreichend angekommen. Dabei liegen die eigentlichen Herausforderungen für die Immobilienszene eindeutig im Bestand und weniger im prestigeträchtigeren Neubau.

Insgesamt gilt: Politik, Stadtplaner und Immobilienwirtschaft sollten den engen Dialog mit der Klimawissenschaft suchen und sich nicht von populistischen Strömungen oder kurzfristigen kommerziellen Interessen leiten lassen. Schließlich haben wir alle zusammen ein großes Interesse an lebenswerten Städten mit gutem Mikroklima – nicht zuletzt aus der Perspektive langfristig orientierter Investoren und Bestandshalter.