Buhlemann Ulf 450

Ulf Buhlemann FRICS

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Head of Capital Markets | Berlin

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Informationen gemäß Art. 13 EU-DSGVO

06. Digital-Hauptstadt, öffentliche Hand und wenig Leerstand:

Ist der Berliner Büromarkt stabiler als andere?

Screenshot Video Berlin

6. Oktober 2020 – Im Berlin-Web-Talk habe ich mit Christoph Reschke von Hines und Gero Bergmann von Berlin Hyp über den Status Quo und die kommenden Entwicklungen auf dem Büromarkt der Hauptstadt diskutiert.

Status quo: Ein solider Markt

Für den Status Quo konnten wir festhalten: Der Markt verzeichnet weiterhin ein beachtliches Maß an Transaktionen und Vermietungen. Im bisherigen Jahresverlauf ist der Büroleerstand in Berlin bislang von 1,2 auf 1,4 Prozent trotz der COVID-Einflüsse nur geringfügig angewachsen. Die Durchschnittsmiete verzeichnet eine Seitwärtsbewegung und präsentiert sich mit 27,90 Euro pro Quadratmeter konstant. Für Stabilität auf dem Vermietungsmarkt hat in diesem Jahr vor allem die öffentliche Hand gesorgt.

Ausblick: Flächennachfrage hält an

Gleichzeitig ist die Nachfragestruktur in Berlin zurzeit über unterschiedliche Branchen diversifiziert. Das stimmt zuversichtlich für die kommenden Monate. Bei Colliers registrieren wir aktuell beispielsweise 15 Großgesuche nach Büroflächen in diversen Lagen der Hauptstadt. Unter anderem werden wachstumsstarke Unternehmen der Digitalbranche weiterhin für Flächenumsätze sorgen, indem sie expandieren. Technologien wie Künstliche Intelligenz, Block Chain und Machine Learning werden nicht zuletzt in Berlin vorangetrieben und verheißen weitere Arbeitsplätze im Technik- und Kreativbereich.

Investment-Markt: Rückkehr zum Risikomanagement

Insgesamt nähert sich der Immobilienmarkt nach einigen Boomjahren wieder einem gewissen Maß an Normalität an – mit soliden Fundamentaldaten. Vermietungsrisiken werden von Projektentwicklern wie Hines und Finanzieren wie Berlin Hyp auch tatsächlich wieder als Risiken eingepreist und unter Investoren ist eine deutliche Rückbesinnung auf Core-Objekte spürbar.

Die Zukunft ist offen

Darüber hinaus ist die Zukunft offen und bietet Anlass zur Diskussion, wie unsere Session gezeigt hat. Wie werden sich beispielsweise die peripheren Lagen entwickeln? Werden Vermietungen dort in Zukunft schwieriger zu erzielen sein? Oder werden Unternehmen verschiedene kleinere Satelliten-Standorte anmieten, um so ihren Flächenbestand zu flexibilisieren und Mitarbeitern kurze Arbeitswege zum jeweils nächstgelegenen Satelliten-Standort anzubieten? Wird sich Co-Working auch in Randlagen etablieren? Dazu haben wir unterschiedliche Meinungen ausgetauscht.

Flexibilisierung ist der Megatrend

Klar ist: Die Flexibilisierung in der Bürowelt wird auf lange Sicht weiter zunehmen. Dabei ändern sich auch die Flächendesigns: weg von den bekannten Bürozellen hin zu vielfältigeren Strukturen, die Teamarbeit und Meetings genauso ermöglichen wie konzentrierte Einzelarbeit. Raumtiefen von 15 Metern werden für die neue Vielfalt nicht mehr das Standardmaß sein.

In den USA plant Hines heute bereits bei jeder Büroentwicklung ein gewisses Maß an Co-Working Flächen ein. Das könnte auch für Deutschland ein Vorbild sein, damit Investoren die neue Vielfalt der Bürowelt adäquat in ihren Portfolios abbilden können.