Statements von Colliers International zum Ausgang des EU-Referendums in Großbritannien

Walter Boettcher, Chief Economist und Director of Research & Forecasting bei Colliers International: „Die neuen Unsicherheiten aufgrund der Abstimmung können spätzyklische Risiken bei Gewerbeimmobilien verstärken. Wir gehen davon aus, dass es gewisse Preisanpassungen sowohl bei Core- wie auch bei Non-Core-Immobilien geben wird. Hier wird es wiederum einen Dominoeffekt bei einigen Investoren geben, die zunächst abwarten wollen. Auch der Arbeitsmarkt wird sich verlangsamen, weil Unternehmen zunächst schauen werden, wie sich die Austrittsentscheidung auswirkt.“

Zusammengefasst, sehen wir die Auswirkungen der Entscheidung zum EU-Referendum auf dem britischen Immobilienmarkt wie folgt:

  • Markt: Großbritannien ist weltweit die fünftgrößte Wirtschaft und damit auch nach der Abstimmung zum Brexit in einer starken Verhandlungsposition bei Handelsabkommen mit Ländern innerhalb und außerhalb der EU. Großbritannien ist noch immer der größte Kunde der EU und ein schwächeres englisches Pfund könnte die Nachfrage nach britischen Exporten ankurbeln.
  • Die Zuversicht der Mieter und die Nachfrage könnten in der Zeit, in der Unternehmen die Auswirkungen auf ihr Geschäft und ihren künftigen Bedarf bewerten, etwas nachlassen. Dennoch übersteigt die grundlegende Nachfrage weiterhin das Angebot an neu verfügbaren Produkten in Großbritannien.
  • Investoren werden sicherlich mit Vorsicht agieren und Transaktionsvolumina in Großbritannien werden 2016 insgesamt, im Verhältnis zu den Vorjahren, verhalten sein. Gleichwohl werden internationale Immobilieninvestoren den zusätzlichen Vorteil haben, dass sie zu einer Zeit kaufen, in der Kursunterschiede genutzt werden können, so dass die bevorzugten britischen Standorte attraktiver werden. Es gibt erste Anzeichen, dass kein Stillstand eingetreten ist und diverse Transaktionen unabhängig vom Abstimmungsergebnis durchgeführt werden.

Tony Horrell, UK CEO bei Colliers International: „Diejenigen, die sich mit Prognosen für Gewerbeimmobilien beschäftigen, sehen sich heute einem Aufeinandertreffen von Theorie und Praxis gegenüber. Wenn die Bewegungen auf den Finanzmärkten im Rahmen der Erwartungen bleiben, sind die Auswirkungen auf die Preise und die Mieternachfrage geringer als man zunächst annimmt. Heute ist es noch viel zu früh, um mögliche Auswirkungen konkret absehen zu können. Auch wird die sich über die kommenden Monate ändernde politische Landschaft neue Fragen aufwerfen. Dieses Ergebnis wird eine Periode politischer, wirtschaftlicher und finanzieller Unsicherheit schaffen und alle diese Faktoren können wahrscheinlich dafür sorgen, dass sich die Aktivitäten auf dem Immobilienmarkt allenfalls moderat entwickeln. Dabei sollten wir auf keinen Fall vergessen, dass Großbritannien ein bedeutender Immobilienmarkt ist, der eine hohe Attraktivität auf das internationale Kapital ausübt und eine starke Position in der globalen Wirtschaft hat.“

London, 27. Juni 2016

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