Großdeals beflügeln Münchner Investmentmarkt zum Halbjahr   

  • Drei Großdeals zu je über 600 Millionen Euro
  • Transaktionsvolumen hat sich im Vorjahresvergleich mehr als verdoppelt
  • Renditen bleiben weiter auf niedrigem Niveau 

München, 7. Juli 2021 – Mit einem gewerblichen Transaktionsvolumen von rund 3,1 Milliarden Euro konnte der Münchner Investmentmarkt nach Angaben von Colliers den ruhigen Jahresauftakt in den letzten drei Monaten wieder wettmachen. Das umgesetze Volumen lag knapp 70 Prozent über dem Vergleichswert aus dem Vorjahr. “Die weiteren Lockerungen sowie die positiven Wirtschaftserwartungen haben auch dem Investmentmarkt wieder zu höherer Dynamik verholfen und Investoren mehr Planungssicherheit verschafft“, stellt Béla Tarcsay, Head of Capital Markets bei Colliers in München fest.

Gleich drei Großtransaktionen mit jeweils einem Volumen von mehr als 600 Millionen Euro wurden in den letzten drei Monaten registriert. Dazu zählen die beiden Hochhäuser Uptown Munich und die Highlight Towers. Der Staatsfonds GIC aus Singapur trennte sich nach einer Haltedauer von rund 15 Jahren vom höchsten Bürogebäude Münchens und verkaufte an DIC. Die Commerz Real verkaufte die Highlight Towers in der Parkstadt Schwabing nach etwa vier Jahren Haltedauer an Imfarr und SN Holding. Der Verkauf des MediaWorks-Komplexes im Werksviertel von OfficeFirst an Hines und Union Investment komplettiert die drei Großtransaktionen.

Auch bei den mittleren und kleineren Transaktionen ist eine Marktbelebung erkennbar, auch wenn das Vor-Corona-Niveau noch nicht erreicht wird. Mit 85 Prozent Marktanteil waren Bürogebäude die bei weitem begehrteste Anlageklasse. Es folgen gewerbliche Grundstücke mit 5 Prozent und Hotels mit 4 Prozent. Weiterhin stehen Core- und Core+-Produkte bei Investoren ganz oben auf der Einkaufsliste, und der hohe Anlagedruck sorgt nach wie vor für Produktmangel. Vor allem das starke Kapitalpotential der deutschen Investoren, die sich pandemiebedingt überwiegend auf den heimischen Markt beschränken, sorgt für hohen Wettbewerb.

Die Spitzenrendite rangiert weiterhin auf dem tiefen Niveau von 2,7 Prozent für Bürogebäude, womit München neben Berlin der teuerste Büromarkt Deutschlands bleibt. Für Core-Objekte deutet sich im weiteren Jahresverlauf jedoch eine weitere Renditekompression an, weshalb für diese auch bereits steigende Quadratmeterpreise beobachtet werden können. Im Mittel werden rund 13.000 bis 14.000 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Vor allen Dingen für sehr langfristig vermietete Bürogebäude mit krisensicherem Mieterbesatz sind Investoren weiter zunehmend bereit, ein Premium zu bezahlen.

Finanzierungen haben sich allerdings zuletzt unabhängig von dem Ausblick der EZB auf eine andauernde expansive Geldmarktpolitik, weiter verteuert, die Inflation lag in den vergangenen drei Monaten durchweg bei über zwei Prozent und die Baukosten kennen derzeit nur den Weg nach oben. Damit einhergehende Auswirkungen auf die Immobilienrenditen sind abzuwarten. Vergleichbar sichere Investitonsmöglichkeiten wie beispielsweise Staatsanleihen bieten weiterhin kaum eine attraktive Alternative, so dass die Kapitalallokation auf Immobilien anhaltend hoch bleibt.

„Die wirtschaftliche Großwetterlage hellt sich langsam wieder auf: Der Ifo Geschäftsklimaindex steigt nun schon mehrere Monate in Folge deutlich an, die Arbeitslosigkeit ist wieder gesunken, und die für Deutschland so wichtigen Exporterwartungen liegen durch Nachholeffekte auf dem höchsten Wert seit zehn Jahren. Die wirtschaftlichen Rahmendaten, die fortschreitende Impfkampagne und die wieder steigende Büropräsenz sorgen dafür, dass sich Unternehmen wieder vermehrt mit Anmietentscheidungen beschäftigen und damit auch wieder als ein wichtiger Schmierstoff für den Investmentmarkt fungieren“, sagt Achim Degen, Regional Manager Bayern bei Colliers. „Auch die anderen bayerischen Märkte wie beispielsweise Nürnberg und die gesamte Metropolregion weisen eine sehr dynamische Entwicklung auf und sind zunehmend nachgefragt“, ergänzt Degen.

Die Stimmung auf dem Münchner Markt wurde durch die Pandemie nicht nachhaltig beeinträchtigt, und die Stabilität und Wirtschaftskraft sorgen für anhaltend großes Investoreninteresse. „Wir gehen davon aus, dass sich im weiteren Jahresverlauf wieder vermehrt internationales Kapital um die am Markt verfügbaren Anlagemöglichkeiten bemühen wird. Weiterhin befinden sich zahlreiche Transaktionen im dreistelligen Millionenbereich auf dem Markt, die in der zweiten Jahreshälfte den Takt hoch halten werden. Ein überdurchschnittliches Transaktionsvolumen im Bereich von 6 Milliarden Euro scheint vor diesem Hintergrund erreichbar“, so Tarcsay abschließend.

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