Gewerbliches Transaktionsvolumen erreicht in München im Corona-Jahr die Marke von fünf Milliarden Euro

  • Transaktionsvolumen verfehlt das langjährige Mittel
  • Vereinzelte Großtransaktionen und weniger kleine Verkäufe
  • Bürorenditen zeigen bislang noch keine Reaktionen; Logistikrenditen weiter gesunken

München, 8. Januar 2021 – Der Münchner Markt für Gewerbeimmobilien zeigte sich nach Angaben von Colliers International in dem von der Corona-Pandemie überschatteten Krisenjahr weitgehend robust und erzielte ein Transaktionsvolumen von rund 5 Milliarden Euro. Damit hat sich das Ergebnis im Vergleich zum außergewöhnlichen Vorjahresergebnis zwar mehr als halbiert, jedoch lag das langjährige Mittel (5,8 Milliarden Euro) in Sichtweite.

„Vor dem Hintergrund der für alle Investoren neuen Herausforderungen und der bis heute anhaltenden Ungewissheiten bezüglich der Auswirkungen der Corona-Pandemie sind wir mit dem Jahresergebnis sehr zufrieden. München konnte seinen Ruf als stabiler Investmentmarkt einmal mehr behaupten“, stellt Béla Tarcsay, Head of Capital Markets bei Colliers International in München, fest. „Auch Produkte, die in der ersten Hochphase der Pandemie im Frühjahr auf den Markt gebracht wurden, fanden Käufer, und mittlerweile bewegt sich der Markt wieder in Richtung Normalität.“ ergänzt er. Die Zahl der abgeschlossenen Transaktionen ging um ein Drittel zurück, was angesichts der bremsenden Wirkung des Lockdowns jedoch zu erwarten war. Zu den größten Einzeltransaktionen zählte der Teilverkauf des Weißen Quartiers an einen Fonds der Deka sowie der Verkauf eines Neubauprojekts im Campus Neue Balan an einen Fonds der Union Investment für jeweils dreistellige Millionenbeträge.

Die Nachfrage nach Büroinvestments war mit einem Anteil von 2,9 Milliarden Euro oder 58 Prozent weiterhin mit Abstand am höchsten. Insgesamt wechselten 2020 mehr als 580.000 Quadratmeter Bürofläche am Münchner Markt den Eigentümer, wovon knapp 100.000 Quadratmeter nicht vermietet waren. Es folgen Mischnutzungsobjekte mit 800 Millionen Euro beziehungsweise einem Anteil von 16 Prozent am Gesamtvolumen sowie deutlich dahinter die stark gefragten Lager- und Logistikobjekte mit 465 Millionen Euro (9 Prozent).

Wenngleich internationale Investoren durch die Reiseeinschränkungen noch stärker beeinträchtigt waren, konnten diese mit einem Anteil von 32 Prozent ihren gewichtigen Anteil am Transaktionsvolumen in München halten. Vergleichsweise stabile Märkte, wie der Münchner, rücken in Krisenzeiten bei global agierenden Anlegern noch weiter in den Fokus.

Die Adjustierung des Risikoprofils seitens der Investoren hat dazu geführt, dass der auf Core-Transaktionen entfallende Anteil mit 56 Prozent den höchsten Wert der vergangenen Jahre erreicht hat. In den Vorjahren lag der Core-Anteil im Bereich von 30 bis 38 Prozent des Gesamtmarktes. „Core-Produkte rücken in Krisenzeiten noch mehr in den Fokus, grundsätzlich hat sich an der Risikoeinschätzung der Investoren aber wenig verändert. München bietet weiterhin die Sicherheit und Wirtschaftskraft, auch abseits der Zentrumslagen für risikoaverse Investoren in hohem Maße attraktiv zu sein“, sagt Achim Degen, Regional Manager Bayern bei Colliers International. „Ankäufe werden im derzeitigen Umfeld intensiveren Prüfungen unterzogen und dabei auch Phasen mit weniger starkem Wachstum auf dem Vermietungsmarkt entsprechend antizipiert“, ergänzt er.

Aufgrund des weiterhin bestehenden Nachfrageüberhangs und der sehr niedrigen Zinsen wird sich das jedoch voraussichtlich nur punktuell in den Kaufpreisen widerspiegeln. Der Anlagedruck ist weiterhin sehr hoch, und sehr viel Kapital befindet sich im Markt. Signifikante Auswirkungen auf die Renditen sind aufgrund des Zins- und Investitionsumfelds derzeit nicht erkennbar. Während bei Hotels und ausgewählten Einzelhandelsobjekten das höhere Risiko bereits eingepreist wird, haben Renditen bei Industrie- und Logistikobjekten nochmals spürbar nachgegeben und rangieren bei 3,7 Prozent und damit einen Prozentpunkt über der Bürospitzenrendite (2,7 Prozent). Bürorenditen zeigen sich bislang stabil, bei Core-Transaktionen deutet sich eine weitere leichte Kompression ab.

Sofern es gelingt die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen im Jahresverlauf in den Griff zu bekommen, geht Colliers International von einer anhaltend hohen Investmenttätigkeit aus, die zu einem Transaktionsvolumen im Bereich von 6 Milliarden Euro führen könnte.

Ansprechpartner:
Béla Tarcsay
Geschäftsführer
Head of Capital Markets | München
Colliers International Deutschland GmbH
T +49 (0) 89 624 294 23
M +49 (0) 172 7241950
[email protected]

Achim Degen
Geschäftsführer
Regional Manager | Bayern
Colliers International Deutschland GmbH
T +49 (0) 89 624 294 30
M +49 (0) 173 9191 760
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Martina Rozok
ROZOK GmbH
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