Darmstädter Bürovermietungsmarkt im Pandemiejahr merklich ausgebremst

  • Flächenumsatz von rund 42.000 Quadratmetern
  • Großnutzer mit verhaltener Aktivität
  • Leichter Anstieg der Leerstandsreserven

Darmstadt, 19. Februar 2021 – Nach Angaben von Colliers wurde in 2020 im Bürovermietungsmarkt von Darmstadt inklusive Griesheim und Weiterstadt ein Flächenumsatz von rund 42.000 Quadratmetern verzeichnet. Aufgrund der Corona-Pandemie und fehlender Großabschlüsse konnte die dynamische Marktentwicklung der Vorjahre nicht fortgeführt und – auch im langfristigen Vergleich – nur ein unterdurchschnittliches Resultat registriert werden.

Nina Schwindling, Associate Director Office Letting Darmstadt bei Colliers: „Der deutliche Umsatzrückgang von über 50 Prozent im Vergleich zum Rekordvorjahr basierte auf erheblichen Aktivitätsrückgängen im großflächigen Flächensegment. Im Vorjahresvergleich reduzierte sich bei ähnlichen Vertragsabschlusszahlen die durchschnittliche Dealgröße von rund 1.720 auf rund 860 Quadratmeter. Ausschlaggebend dafür war der Umstand, dass die üblichen Umsatztreiber der Vorjahre in der Kategorie über 5.000 Quadratmeter im zurückliegenden Jahr ein seltenes Erscheinungsbild waren. In diesem Flächensegment wurden nur rund 12.700 Quadratmeter umgesetzt, was einem Rückgang um rund 72 Prozent entspricht. Während die übrigen Flächensegmente auch Rückgänge von 35 Prozent oder mehr verzeichneten, war es erneut das kleinflächige Segment bis 1.000 Quadratmeter, das sich beständig und sogar mit einem Umsatzzuwachs von circa 34 Prozent präsentierte.”

Mietpreise mit Seitwärtsbewegung

Bei gedämpfter Anmietungsaktivität haben zahlreiche Bestandsabschüsse jenseits der 11,00 Euro-Marke dazu beigetragen, dass die flächengewichtete Durchschnittsmiete auf Jahressicht stabil bei 10,80 Euro pro Quadratmeter notierte. „Vereinzelte Anmietungen in höherpreisigen Projektentwicklungen führten ebenfalls dazu, dass sich die Spitzenmiete unverändert auf dem Vorjahresniveau von 13,00 Euro pro Quadratmeter stabilisieren konnte“, erläutert Schwindling.

Nachfrageüberhang im kleinflächigen Segment

Binnen Jahresfrist konnte ein moderater Leerstandsanstieg festgestellt werden. Zum Ende des Jahres standen ca. 65.600 Quadratmeter Bürofläche zur kurzfristigen Anmietung zur Verfügung, was einer unveränderten Leerstandsquote von 3,5 Prozent entspricht. Dabei entfällt das Angebot weiterhin auf Bestandsflächen mit einfachen und durchschnittlichen Ausbaustandards, während moderne Büroflächen nur vereinzelt offeriert werden. „Vakanzen bis 300 Quadratmeter sind kaum verfügbar und können den allgegenwärtigen Bedarf von Kleinnutzern nicht decken, der auch teilweise aus wirtschaftsbedingten Verkleinerungen resultiert. Dieser Umstand wird dadurch verschärft, dass der Hauptbestandanteil der Flächenreserven nicht die notwendige Teilbarkeit der Grundrisse gewährleistet”, betont Schwindling.

Fazit und Prognose

Der Darmstädter Bürovermietungsmarkt konnte infolge der Pandemie und einer verhaltenen Aktivität von Großnutzern nur ein schwaches Ergebnis registrieren, das nicht an die starken Vorjahre anknüpfen konnte. „Auch das kommende Jahr wird weiterhin von Unsicherheit und aufgeschobenen Entscheidungsprozessen der Nachfrager geprägt sein. Hinzu kommt, dass der Markt trotz leicht gestiegener Vakanzen die Nachfrage von Kleinnutzern nicht bedienen kann. Der Nachfrageüberhang im kleinflächigen Segment wird sich verschärfen und das Vermietungsgeschehen in 2021 zusätzlich ausbremsen“, schlussfolgert Schwindling.

Medienkontakt:
Martina Rozok
T +49 30 400 44 68-1
M +49 170 23 55 988
[email protected]
www.rozok.de