Industrie- und Logistikimmobilienmarkt leicht unter Vorjahresniveau

  • Flächenumsatz in Deutschland bei rund 4,1 Millionen Quadratmetern
  • TOP-8-Standorte für 37 Prozent des Flächenumsatzes verantwortlich
  • Handelsunternehmen stärkste Nutzergruppe
  • Spitzenmieten auf stabilem Niveau

Frankfurt a.M., 14. Oktober 2024 – Der deutsche Industrie- und Logistikimmobilienmarkt generierte zum Ende des dritten Quartals einen Flächenumsatz von rund 4,1 Millionen Quadratmetern. Dies entspricht einem Anstieg von 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die deutschen TOP-8-Industrie- und Logistikimmobilienmärkte machten dabei mit 1,5 Millionen Quadratmetern einen Anteil von 37 Prozent aus. Dieses Ergebnis entspricht einem Rückgang von 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Fünfjahresdurchschnitt wurde um rund ein Drittel verfehlt.

Nicolas Roy, Head of Industrial & Logistics Germany bei Colliers: „Das erste Mal seit einem Jahr ist der Flächenumsatz in den TOP-8-Regionen im Vergleich zum Vorquartal wieder gestiegen. Allerdings beobachten wir starke regionale Unterschiede. Anekdotisch waren zum Beispiel die Sommermonate in Berlin und Düsseldorf die stärksten in diesem Jahr, während Hamburg und Köln im Sommer das schwächste Quartal des Jahres verzeichneten. Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Nachfrage weiterhin schwächelt. Dabei muss zwischen dem kleinteiligen und großvolumigen Flächensegment unterschieden werden. Über die Analyse der Abschlüsse hinaus stellen wir auch fest, dass eine Vielzahl der aktuellen Gesuche im kleinteiligen Segment registriert wurden, während wir für Objekte im Bereich über 10.000 Quadratmeter in vielen Regionen nur wenig Bewegung sehen.“

Flächenumsatz von kleinteiligen Anmietungen geprägt

Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten vier der TOP-8-Industrie- und Logistikimmobilienmärkte eine Zunahme in Bezug auf den Flächenumsatz. Den höchsten Flächenumsatz generierte Frankfurt mit 309.400 Quadratmetern. Köln verzeichnete mit einem Plus von 61 Prozent die größte Zunahme beim Flächenumsatz im Vergleich zum Vorjahr. Den niedrigsten Flächenumsatz und zugleich den größten Rückgang im 12-Monatsvergleich wies Stuttgart mit 95.200 Quadratmetern (- 46 Prozent) auf.

Der Fokus der Nutzer lag vor allem auf dem kleinteiligen Flächensegment bis 3.000 Quadratmeter. Rund zwei Drittel aller Abschlüsse fanden in diesem Bereich statt und waren für knapp ein Viertel des gesamten Flächenumsatzes in den TOP-8-Regionen verantwortlich. Größter Abschluss in den ersten neun Monaten war die Eigennutzeransiedlung der GROUP7 im nördlichen Umland in der Logistikregion München. Das Unternehmen setzte dort im ersten Quartal den Spatenstich für eine 60.000 Quadratmeter große Logistikhalle, die den Flächenumsatz in München maßgeblich prägte. Der zweitgrößte Abschluss war gleichzeitig der größte Abschluss des dritten Quartals. Dabei handelt es sich um das Produktionsunternehmen Beiersdorf AG, das in Leipzig eine rund 40.000 Quadratmeter große Halle ebenfalls zur Eigennutzung realisiert. Die größte Anmietung im dritten Quartal fand in der Logistikregion München im Umland Nord statt, wo Isar Aerospace eine rund 28.300 Quadratmeter große Logistikhalle anmietete.

Stärkste Nutzergruppe zum Ende des dritten Quartals mit einem Anteil von 29 Prozent am gesamten Flächenumsatz bildeten Handelsunternehmen, gefolgt von Logistikdienstleistern mit 28 Prozent und dem Produzierenden Gewerbe mit 25 Prozent.

„Die aktuelle Marktlage und das gedämpfte Konsumverhalten führen zu einer gewissen Zurückhaltung der Nutzer. Der Baustopp von Intel, die schlechten Nachrichten von VW und die Insolvenz von Esprit sind in der Presse allgegenwärtig. Gleichzeitig beobachten wir ein wachsendes Interesse an Flächen, die zur Konsolidierung mehrerer Standorte genutzt werden sollen. Dies führt zu einer dynamischen Entwicklung auf dem Vermietungsmarkt, bei der neue Flächen angemietet werden, während gleichzeitig die alten Bestandsflächen auf den Markt kommen. Es bleibt abzuwarten, wann die aktuell wieder steigenden Reallöhne sich im Konsumverhalten bemerkbar machen. Zumindest nehmen wir wieder eine leichte Belebung bei Flächengesuchen im E-Commerce wahr“, ergänzt Roy.

Spitzenmieten bleiben stabil

Mit Ausnahme der Logistikregion München sind die Spitzenmieten in den TOP-8-Regionen im Vergleich zum Vorquartal stabil geblieben. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten die Spitzenmieten der TOP-8-Regionen jedoch ein durchschnittliches Wachstum von 5 Prozent. Die Durchschnittsmiete ist im 12-Monatsvergleich mit 7 Prozent sogar etwas stärker gestiegen. München weist mit 9,50 Euro/Quadratmeter weiterhin die höchste Spitzenmiete und mit 12 Prozent auch das höchste Mietwachstum im Vergleich zum Vorjahr auf. Schlusslicht bei den Spitzenmieten bildet Leipzig mit 5,80 Euro/Quadratmeter. Das niedrigste Mietwachstum weist hingegen Stuttgart mit 2 Prozent auf.

„Insgesamt sehen wir, dass aufgrund der geschwächten Nachfrage und einer Zunahme von Insolvenzen mehr Angebot auf den Markt kommt, was das Mietwachstum in den kommenden Quartalen ausbremsen wird. Trotzdem erwarten wir mittelfristig ein Anziehen der Mieten, wenn eine wieder anziehende Nachfrage auf eine deutlich abnehmende Neubaupipeline trifft“, so Roy abschließend.

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