Fehlende Großabschlüsse bremsen Wiesbadener Büromarkt
- Flächenumsatz von 38.400 deutlich unter Vorjahresniveau
- Leerstandsanstieg auf 2,9 Prozent
- Anstieg der Spitzenmiete auf 18,50 Euro pro Quadratmeter
Wiesbaden, 3. Februar 2025 – Der Wiesbadener Bürovermietungsmarkt verzeichnete im Jahr 2024 einen Flächenumsatz von rund 38.400 Quadratmetern (mit Eigennutzern, ohne Mietvertragsverlängerungen). Damit lag das Ergebnis rund 40 Prozent unter dem Vorjahresniveau und blieb etwa 47 Prozent unter dem zehnjährigen Durchschnitt.
Ann Skrollan Persicke, Team Lead Office Letting Wiesbaden, Mainz & Darmstadt bei Colliers: „Die gesamtwirtschaftlich angespannte Lage machte sich auch auf dem Wiesbadener Bürovermietungsmarkt bemerkbar. Mit einem Flächenumsatz von unter 40.000 Quadratmetern wurde ein historisch schwaches Ergebnis erzielt. Ausschlaggebend hierfür war das Ausbleiben großvolumiger Abschlüsse. Während in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich zwei Mietverträge über 5.000 Quadratmeter abgeschlossen wurden, blieb ein solcher Abschluss im Jahr 2024 gänzlich aus. Trotz des rückläufigen Flächenumsatzes blieb die Gesamtmarktdynamik vergleichsweise stabil. Mit 79 abgeschlossenen Mietverträgen lag die Marktaktivität nur rund 8 Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Besonders kleinflächige Mietabschlüsse prägten den Markt: 63 Verträge im Segment bis 500 Quadratmeter wurden abgeschlossen – ein Anstieg um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.“
Moderater Mietpreisanstieg
Trotz der herausfordernden Marktlage zogen die Mietpreise leicht an. Die gewichtete Durchschnittsmiete stieg von 13,70 Euro auf 13,90 Euro pro Quadratmeter, was auf das insgesamt steigende Preisniveau zurückzuführen ist. Die Spitzenmiete, die zwei Jahre in Folge bei 18,00 Euro pro Quadratmeter stagnierte, legte im Jahr 2024 um rund 3 Prozent auf 18,50 Euro pro Quadratmeter zu. Ursächlich dafür sind Mietabschlüsse in modernen und hochwertigen Gebäuden, da Unternehmen verstärkt auf Qualität und Standortattraktivität setzen.
Leerstandsanstieg, aber weiterhin niedrigeres Niveau
Die kurzfristig verfügbaren Büroflächen in der Landeshauptstadt summierten sich zum Jahresende 2024 auf 75.400 Quadratmeter, was einer Leerstandsquote von 2,9 Prozent entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um 60 Basispunkte. Persicke erläutert: „Trotz des Leerstandsanstiegs bleibt das Niveau mit 2,9 Prozent nach wie vor niedrig, sodass der Markt weiterhin als Vermietermarkt bezeichnet werden kann. Besonders für Großnutzer mit einem Flächenbedarf von über 2.000 Quadratmetern ist das Angebot weiterhin begrenzt. Auch die Fertigstellungspipeline für 2025 wird daran nichts ändern, da nur ein begrenztes Volumen an neuen Büroflächen auf den Markt kommt, die bereits vollständig vom Markt absorbiert sind.“
Fazit und Ausblick
„Die wirtschaftlichen Herausforderungen des vergangenen Jahres haben sich spürbar auf den Wiesbadener Bürovermietungsmarkt ausgewirkt. Insbesondere das Ausbleiben großflächiger Abschlüsse führte zu einem historisch niedrigen Flächenumsatz. Gleichzeitig blieb die Nachfrage im kleinteiligen Segment stabil, was die Resilienz des Marktes unterstreicht. Für das Jahr 2025 zeichnet sich eine moderate Marktbelebung ab. Erste Anzeichen dafür sind bereits durch mehrere großflächige Gesuche sichtbar, die derzeit im Markt kursieren. Sollte sich das wirtschaftliche Umfeld stabilisieren, könnte dies zu einer erhöhten Abschlussdynamik führen“, resümiert Persicke.
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