Erholung am Frankfurter Investmentmarkt zeichnet sich ab
• Transaktionsvolumen von 1,06 Milliarden Euro liegt über Vorjahresniveau
• Bürosektor bleibt unterdurchschnittlich – Transaktionsanzahl steigt jedoch
• Spitzenrendite bleibt stabil bei 4,95 Prozent
• Makroökonomische Einflüsse: Zinssenkungen fördern Investitionspotenzial
Frankfurt a. M., 07. Oktober 2024 – Auf dem gewerblichen Investmentmarkt Frankfurt einschließlich Eschborn und Offenbach-Kaiserlei wurde in den ersten neun Monaten des Jahres ein Transaktionsvolumen von rund 1,06 Milliarden Euro erzielt. Das Ergebnis liegt etwa 70 Prozent unter dem zehnjährigen Durchschnitt, konnte aber im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt werden.
Manuel Backfisch MRICS, Head of Capital Markets Frankfurt bei Colliers: „Wir bewegen uns weiterhin in einem herausfordernden Marktumfeld. Umso wichtiger ist es, das bisherige Transaktionsvolumen differenziert zu betrachten. Einerseits haben wir mit über 500 Millionen Euro das transaktionsstärkste Quartal seit Ende 2022 verzeichnet. Andererseits entspricht das bisherige Volumen der ersten neun Monate in etwa dem eines durchschnittlichen dritten Quartals vor der Krise. Der Investmentmarkt bleibt weitgehend in einer abwartenden Haltung, er zeigt jedoch erste Anzeichen einer Erholung.“
Bürosektor: Marktanteil weiterhin unterdurchschnittlich – Transaktionszahl steigt jedoch
Mit einem Marktanteil von 43 Prozent liegt die für Frankfurt zentrale Assetklasse, der Bürosektor, weiterhin deutlich unter den langjährigen Durchschnittswerten. Dennoch stieg die Anzahl der Transaktionen in diesem Segment im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 10 auf 18 Abschlüsse an. Die größte Bürotransaktion des Jahres bleibt der Erwerb der insolventen Projektentwicklung Hauptwache 1 durch die Frankfurter Sparkasse aus dem zweiten Quartal. Die drei größten Deals des Jahres, jeweils mit einem Volumen von etwa 100 Millionen Euro, entfallen auf zwei Grundstücke sowie einen Industriepark.
Stabile Spitzenrenditen – Positive Marktentwicklungen durch Zinssenkungen
Die Brutto-Spitzenrendite für Büroimmobilien in Frankfurter Premiumlagen bleibt seit dem vierten Quartal 2023 unverändert bei 4,95 Prozent. Positive Impulse ergeben sich durch die sinkende Inflation sowie die ersten Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Notenbank (FED). Diese Maßnahmen haben bereits zu einem moderaten Rückgang der Swap Rates geführt und die Finanzierungskonditionen für Investoren verbessert. Es zeichnet sich ab, dass der Leverage-Effekt wieder leicht positiv wird, wodurch Fremdfinanzierungen attraktiver und das Investitionspotenzial gestärkt werden könnten. Zudem sorgt das insgesamt stabilere Marktumfeld für mehr Sicherheit hinsichtlich Preisentwicklungen und Finanzierungskosten, was die Planbarkeit für Investoren deutlich erhöht.
„Diese Entwicklungen deuten auf eine allmähliche Entspannung am Finanzierungsmarkt hin und wecken zunehmendes Kaufinteresse. Besonders bei Immobilien, die zu marktgerechten Preisen angeboten werden, steigt die Nachfrage spürbar. Nach den signifikanten Spitzenrenditeanstiegen von 2,75 Prozent auf 4,95 Prozent scheint die Phase der Preisfindung weitgehend abgeschlossen und Käufer sowie Verkäufer nähern sich in ihren Preisvorstellungen wieder an“, erläutert Backfisch.
Ausblick
„Trotz der anhaltenden Herausforderungen im Marktumfeld zeichnen sich erste positive Tendenzen ab, darunter ein gestiegenes Kaufinteresse und eine Stabilisierung der Renditen. Die massiven Zinsanstiege der Europäischen Zentralbank, ausgelöst durch globale Krisen, haben den vorherigen Immobiliensuperzyklus abrupt beendet. Nun signalisieren erste Zinssenkungen eine allmähliche Trendwende. Mit weiteren erwarteten Zinsschritten in Richtung zwei Prozent dürften sich die Marktbedingungen weiter verbessern, was die Attraktivität von Immobilieninvestitionen wieder steigern dürfte“, so Backfisch abschließend.
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