Berliner Industrie- und Logistikimmobilienmarkt unter Vorjahresniveau
- Flächenumsatz leicht unter Vorjahresniveau
- Handelsunternehmen mit einem Anteil von 41 Prozent größte Nutzergruppe
- Mieten weiterhin stabil
Berlin, 15. Oktober 2024 – Zum Ende des dritten Quartals 2024 generierte der Berliner Industrie- und Logistikimmobilienmarkt einen Flächenumsatz von rund 218.000 Quadratmetern, was einem Rückgang von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Fünfjahresdurchschnitt wurde um rund 43 Prozent verfehlt.
Endre Rebák, Head of Industrial & Logistics bei Colliers in Berlin: „Zwar ist der Flächenumsatz im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, das dritte Quartal war jedoch das stärkste und für fast die Hälfte des gesamten Flächenumsatzes verantwortlich. Dies lag vor allem an einigen Abschlüssen im mittleren Flächensegment. Über die Hälfte der Abschlüsse über 5.000 Quadratmeter fanden im dritten Quartal statt. Nichtsdestotrotz sehen wir, dass die Nachfrage weiterhin schwächelt und der Berliner Markt von einem hohen Angebot an verfügbaren Flächen geprägt ist.“
Flächenumsatz durch Abschlüsse im kleinteiligen Flächensegment geprägt
Fokus der Nutzer lag vor allem auf dem kleinteiligen Flächensegment bis 3.000 Quadratmeter. Rund zwei Drittel aller Abschlüsse wurden in diesem Bereich getätigt und waren für 31 Prozent des Flächenumsatzes verantwortlich. Den größten Anteil am Flächenumsatz hatten Abschlüsse im Bereich von 5.000 bis 10.000 Quadratmetern mit 30 Prozent. Die größte Anmietung im dritten Quartal fand im Teilmarkt Umland Süd statt, wo ein Automotive-Hersteller eine sich im Bau befindende Logistikhalle von 10.500 Quadratmetern mietete. Die zweitgrößte Vermietung fand im westlichen Umland statt. Dort mietete ein Pharmaunternehmen eine rund 10.450 Quadratmeter große Logistikfläche.
„Obwohl die größten Abschlüsse des dritten Quartals im Umland stattfanden, sind aktuell vor allem die Stadtlagen gefragt“, ergänzt Rebák. Rund 63 Prozent des Flächenumsatzes fanden im Stadtgebiet statt, das südliche Stadtgebiet war dabei sogar für rund ein Viertel des gesamten Flächenumsatzes verantwortlich.
Stärkste Nutzergruppe bildeten traditionell Handelsunternehmen mit einem Anteil von rund 41 Prozent am Flächenumsatz, gefolgt von Unternehmen aus dem Produzierenden Gewerbe mit 35 Prozent und Logistikdienstleistern mit 12 Prozent.
Mieten in Berlin sind weiterhin stabil
Zum Ende des dritten Quartals lag die Spitzenmiete in der Logistikregion Berlin bei 7,90 Euro/Quadratmeter und ist somit im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent gestiegen. Die Durchschnittsmiete wies ein Wachstum von 6 Prozent auf und liegt derzeit bei 7,00 Euro/Quadratmeter. Die Spitzenmiete im Umland konnte mit 8 Prozent das höchste Wachstum im 12-Monatsvergleich verzeichnen und lag bei 6,50 Euro/Quadratmeter, während die Spitzenmiete im Stadtgebiet um solide 5 Prozent im Vergleich zu Vorjahr stieg (8,20 Euro/Quadratmeter).
„Das Mietwachstum im 12-Monatsvergleich muss kritisch betrachtet werden. Wir beobachten bereits seit drei Quartalen, dass die Mieten aktuell stagnieren. Die schwächelnde Nachfrage gepaart mit einem steigenden Angebot sorgen für ein verlangsamtes Mietwachstum. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend bis Ende des Jahres fortsetzen wird”, bemerkt Rebák.
Investmentmarkt tritt auf der Stelle
Nach Ablauf des dritten Quartals 2024 verzeichnete der Berliner Industrie- und Logistikimmobilienmarkt ein Transaktionsvolumen von rund 134 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 42 Prozent und ist im Vergleich zum Vorquartal stabil geblieben.
„Der Standort Berlin profitiert von seinem Hauptstadtbonus und ist für Investoren ein interessanter Investmentmarkt. Häufig fehlt es hier jedoch an passendem Produkt. Allgemein beobachten wir eine stärkere Dynamik am Investmentmarkt. So stehen Logistikimmobilien weiterhin im Fokus der Investoren und weisen weiterhin stabile Renditen auf“, Rebák abschließend.
Medienkontakt
RUECKERCONSULT GmbH
Sara Singbartl
M: +49 151 276 165 63
[email protected]