Berliner Industrie- und Logistikimmobilienmarkt mit positivem Halbjahresergebnis
- Vermehrt großflächige Abschlüsse im Umland
- Handelsunternehmen mit einem Anteil von 54 Prozent stärkste Nutzergruppe
- Durchschnittsmiete wächst schneller als Spitzenmiete
Berlin, 15. Juli 2025 – Zum Ende des ersten Halbjahres 2025 generierte der Berliner Industrie- und Logistikimmobilienmarkt einen Flächenumsatz von rund 216.700 Quadratmetern, was einem Anstieg um 95 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das Ergebnis liegt zudem im Fünfjahresdurchschnitt.
Endre Rebák, Head of Industrial & Logistics bei Colliers in Berlin: „Nach einem bereits guten ersten Quartal haben wir im zweiten Quartal nochmal einen Anstieg sowohl bei den Abschlüssen als auch beim Flächenumsatz gesehen. Insgesamt ist die Nachfrage am Berliner Logistikmarkt zwar weiterhin verhalten, wir registrieren jedoch wieder erste positive Tendenzen bei den Gesuchen. Diese kommen neben dem ‚Food & Beverage‘-Bereich außerdem aus dem E-Commerce-Bereich.“
Großabschlüsse im Umland stärken den Flächenumsatz
In der ersten Jahreshälfte 2025 gab es einige großflächige Vermietungen im Segment über 10.000 Quadratmeter, die darin resultieren, dass 89 Prozent des Flächenumsatzes auf das Berliner Umland entfielen. Im vergangenen Jahr zeigte sich noch ein konträres Bild, da der Großteil des Flächenumsatzes im Stadtgebiet zu sehen war. Diese Abschlüsse im Umland fanden aufgrund der guten Flächenverfügbarkeit überwiegend im Neubausegment statt. Der größte Abschluss wurde im zweiten Quartal in Kremmen registriert, wo Netto eine circa 60.000 Quadratmeter umfassende Logistikanlage baut. Die größte Anmietung fand bereits im ersten Quartal statt, wo im Teilmarkt Umland-Ost ein Automobilunternehmen über 30.000 Quadratmeter in einem Neubau anmietete. Neben diesen beiden Abschlüssen wurden weitere großflächige Abschlüsse registriert, weshalb die Anzahl bereits im ersten Halbjahr über der vom Gesamtjahr 2024 liegt. Stärkste Nutzergruppe zum Ende des ersten Halbjahres 2025 bildeten traditionell Handelsunternehmen mit einem Anteil von rund 54 Prozent am Flächenumsatz, gefolgt von Unternehmen aus dem Produzierenden Gewerbe mit 32 Prozent und Logistikdienstleistern mit 11 Prozent.
„Die Logistikregion Berlin ist aufgrund ihrer Funktion der regionalen Versorgung vor allem durch Handelsunternehmen geprägt, insbesondere dem in den letzten Jahren immer größer gewordenen E-Commerce. Nach dem vorübergehenden Anstieg der Aktivitäten im Produzierenden Gewerbe im ersten Quartal überrascht es nicht, dass diese Nutzergruppe nun erneut an erster Stelle steht. Allerdings ist zu erwähnen, dass 35 Prozent der Abschlüsse auf Industrieunternehmen entfielen. Diese fanden überwiegend im kleinen bis mittleren Flächensegment statt und hatten daher keinen großen Einfluss auf den Flächenumsatz“, ergänzt Rebák.
Durchschnitts- und Spitzenmiete über Vorjahresniveau
Zum Ende des ersten Halbjahres 2025 lag die Spitzenmiete in der Logistikregion Berlin bei 8,30 Euro pro Quadratmeter und ist im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozent gestiegen. Die Durchschnittsmiete wies mit 7 Prozent sogar ein höheres Wachstum auf und liegt derzeit bei 7,50 Euro pro Quadratmeter. Die Spitzenmiete im Umland liegt zum Ende des zweiten Quartals bei 6,80 Euro pro Quadratmeter und weist ebenfalls ein Mietwachstum von 5 Prozent auf. Die Spitzenmiete im Stadtgebiet wies mit 8,30 Euro pro Quadratmeter ein leichtes Wachstum um 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf.
„Dem Berliner Markt stehen aktuell über 400.000 Quadratmeter Fläche, vor allem im Umland, zur Verfügung. Gleichzeitig hat sich die Nachfrage auf einem stabilen Niveau eingependelt und wir sehen, dass Flächenanfragen immer konkreter werden. Daher rechnen wir bis Ende des Jahres mit einem Flächenumsatz von etwa 350.000 Quadratmetern, der somit über dem Niveau von 2023 läge“, bemerkt Rebák.
Aufschwung am Investmentmarkt in der zweiten Jahreshälfte erwartet
Im ersten Halbjahr verzeichnete der Berliner Industrie- und Logistikimmobilienmarkt ein Transaktionsvolumen von rund 65 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Rückgang um 52 Prozent.
„Das Interesse an deutschen Industrie- und Logistikimmobilien ist weiterhin hoch. Vor allem seitens ausländischer Investoren stellen wir fest, dass das Vertrauen in den deutschen Markt aufgrund politischer Stabilität und wirtschaftlicher Weichenstellungen wieder zurückkehrt. Die Region Berlin profitiert dabei von seinem Hauptstadtbonus und bleibt für Investoren ein interessanter Standort. Vor allem dank der neuen Großabschlüsse erwarten wir für die zweite Jahreshälfte mehr passende Produkte im Core-Bereich für die Investoren“, Rebák abschließend.
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