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Verschmelzung von Online- und Offlinehandel

Egal ob in der Bahn, im Supermarkt oder auf der Couch – wir sind zu jeder Zeit und an jedem Ort online und kommen als Konsument mit einer Vielzahl von Einkaufsmöglichkeiten und Produkten in Berührung. Vom Klick bis zum finalen Kauf dauert es gerade einmal wenige Minuten.

Dank der Digitalisierung ist der Onlinehandel in Deutschland unaufhaltsam und steigert seine Umsätze von Jahr zu Jahr – für 2018 prognostiziert der Handelsverband Deutschland (HDE) einen Umsatz von ca. 53 Mrd. €, was nochmal einem Plus von ca. 10 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Und immer mehr klassische Handelsunternehmen springen auf den Online-Zug auf, um den Anschluss nicht zu verlieren. In 30 Jahren, heißt es, soll der Einzelhandel einen vollständigen Paradigmenwechsel erfahren und E-Commerce der Motor des Einzelhandels sein.

 

Verschmelzung von Online- und Offlinehandel

Der stationäre Handel hingegen erlebt aktuell einen starken Wandel und verzeichnet jährlich sinkende Besucherzahlen. Dennoch sind sich viele Experten sicher, dass der Onlinehandel den stationären Handel nicht ablösen wird. Metropolen wie München, Hamburg, Köln und Frankfurt könnten als Shopping-Destinationen zukünftig sogar an Bedeutung gewinnen.

Grenzen verschwinden

Konsumenten nutzen heutzutage eine Vielzahl von Informationskanälen und Point of Sales. Der Wunsch-Fernseher beispielsweise, wird online ausgesucht, es werden Erfahrungsberichte dazu gelesen und das Modell mit anderen Typen verglichen bevor das Produkt letztendlich im Geschäft begutachtet und mit nach Hause genommen wird. (ROPO: Research online, Purchase offline). Laut einer Studie des HDE geht mehr als die Hälfte des Umsatzes in stationären Geschäften (Nonfood) einer Informationssuche im Internet voraus. Kunden bewegen sich zwischen den verschiedenen Kanälen und das Smartphone und Tablet dient dabei als Verbindung zwischen realer und virtueller Welt. Vielfalt und Flexibilität beim Einkaufen machen den eigentlichen Prozess zu einem wahren Shopping-Erlebnis.

Aktuelle Trends und Entwicklungen

Einzelhändler rüsten daher auf und setzen verstärkt auf Omnichannel- bzw. Multichannel-Konzepte, um die möglichen Synergien aus digitalem und analogem Handel zu nutzen. Connected Commerce steht für die Verbindung und Verschmelzung des Onlinehandels mit dem stationären Handel. Dabei entstehen verschiedene Wege. Erst kürzlich stellte der Schuhhersteller Gabor sein neues E-Commerce-Konzept vor, bei dem Handelspartner vor Ort in den Lieferprozess integriert werden. Bestellungen werden im ersten Schritt an den zum Kunden nächstgelegenen Händler weitergeleitet. Sofern dieser die Ware nicht vorrätig hat, übernimmt Gabor den Versand über sein zentrales Lager.

Aber nicht nur der klassische, stationäre Handel versucht online neue Vertriebswege zu erschließen, auch Onlinehändler entdecken zunehmend die Vorteile eines stationären Point of Sale. Als Beispiele für Onlinehändler, die sich in die Fußgängerzone wagen, gelten unter anderem Amazon oder DocMorris-Filialen. In den USA gibt es mittlerweile eine Reihe von Amazon-Buchläden – unter anderem im Time Warner Center in New York. Im Sortiment nur Bestseller und Bücher mit einer Online-Kundenbewertung von mindestens 4,8. Der Shop dient in erster Linie dazu, die Produkte zu entdecken, direkt im Laden zu kaufen oder sich nach Hause liefern zu lassen und mit weiteren Dienstleistungen und Services von Amazon wie zum Beispiel „Prime“ in Berührung zu kommen.

Herausforderung Big Data

Die Handelsbranche agiert nach den Bedürfnissen der Kunden – und die wollen abhängig von der Situation sowohl online als auch offline Zugang zu Produkten haben. Aus diesem Grund wird verstärkt in die Prozessoptimierung und den Informationstransfer investiert. Die Herausforderungen sind dabei vor allem die Bündelung und Verarbeitung von Informationen (Big Data) und die bestmögliche logistische Verknüpfung der verschiedenen Kanäle.

 


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