High Angle View Of People On Street Amidst Modern Buildings Against Clear Sky

Die neue Gesellschaft: Lebensanforderungen und Immobilienbedarf nach der Krise

Zum Auftakt der Colliers Web-Talk-Serie “What’s Next?“ habe ich mit dem Zukunftsforscher und Bestsellerautor Matthias Horx über die Zukunft nach Corona diskutiert. Gemeinsam haben wir beleuchtet, welche gesellschaftlichen Veränderungen die Coronakrise nach sich zieht und welche Auswirkungen dies auf den Immobilienbedarf hat. Hier die wichtigsten Ergebnisse:

Werteverschiebung in der Gesellschaft

Anders als bei spezifischen Krisen zuvor verändert die Coronakrise die Gesellschaft nachhaltig. Die erzwungene Entschleunigung während des Lockdowns ging mit einer Neubewertung eigener Prioritäten einher. Unter anderem wurde das Bewusstsein der eigenen Abhängigkeit von Umwelt und Natur deutlich gestärkt.

Dieses Naturbewusstsein wird sich in Form eines New Urbanism, der eng mit dem Stichwort „Glokalisierung“ verbunden ist, auch auf die Stadtplanung auswirken. Dörfliche Strukturen ziehen in die Stadt ein. Das heißt: In Zukunft bleiben Städte nur dann attraktiv für ihre Nutzer, wenn sie luftiger, grüner und durchmischter werden. Insgesamt wandelt sich auch die Beziehung zu öffentlichem Raum, der wieder stärker auf den Menschen und seine Bedürfnisse zugeschnitten wird. Anregende Architekturformen können dazu beitragen.

WhatsNext 2

Wandel auf dem Immobilienmarkt

Diese Verschiebung der Werte wirkt sich auch auf den Immobilienmarkt aus – je nach Assetklasse auf unterschiedliche Weise. So stehen Büroflächen vor einem entscheidenden Wandel. Im Zuge der Intensivierung des flexiblen Arbeitens werden Büros in Zukunft verstärkt zum Treffpunkt für Kommunikation und Interaktion zwischen KollegInnen, sowie als manifester Ort der Unternehmenskultur und Markenbildung.

Wohnimmobilien benötigen ebenfalls flexiblere Stukturen, auch im Hinblick auf vermehrtes Home Office. Der Trend zum Co-Living, also dem Leben im Quartier mit gemeinsam nutzbarer Infrastruktur, wird sich verstärken und flexibles Arbeiten begünstigen.

Der Einzelhandel wurde von der Krise am stärksten getroffen und erlebt aktuell eine Marktumwälzung. Es wird verstärkt zu Leerständen kommen, die jedoch gleichzeitig Raum für neue Nutzungsmöglichkeiten und -konzepte schaffen. Als Gewinner werden Logistikimmobilien gesehen, die unter anderem vom zunehmenden Online-Handel als auch vom Trend zu einer neuen urbanen Logistik, der mit dem E-Commerce einhergeht, profitieren.

Die Aktivitäten auf dem Investmentmarkt zeigen über die Assetklassen hinweg, dass Investoren aufgrund der Differenz zwischen Zinssatz und Renditen weiter starkes Vertrauen in Immobilieninvestments haben. In den Bereichen Wohnimmobilien und Logistikimmobilien beobachten wir sogar einen stärkeren Kapitalzufluss als vor der Krise.


Weitere Artikel von diesem Autor:

Futuristic Office

What’s Next? Alle Web-Talks auf einen Blick

What’s Next? Let’s talk! In über 20 Web-Talks zu unterschiedlichen Assetklassen, Topstandorten, Zukunftsthemen und Investmentregionen haben wir den Blick nach vorn gewagt. Gemeinsam mit führenden Experten konnten wir in den Sessions vom 21. September bis zum 22. Oktober 2020 aufzeigen, wie die Branche die Zukunft des Immobiliengeschäfts gestalten kann und welche Opportunitäten es gibt. Unter folgenden Links gelangen Sie […]

Städte vor dem Klima-Kollaps

Im zweiten Teil der Colliers Web-Talk-Serie „What’s Next?“ habe ich mit Prof. Dr. Jürgen Kropp vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Prof. Dr. Eckhardt Hertzsch von der Joanes Stiftung diskutiert, inwiefern unsere Städte vor dem Klima-Kollaps stehen und welche Maßnahmen helfen, die Folgen des Klimawandels abzumildern, um so die Lebensqualität in Städten zu erhalten […]
Mehr

Weitere Artikel zu dieser Rubrik:

Wohnmarktbericht 2020

Gute Aussichten: Der Wohnmarkt in Deutschland

Wohnungen in Deutschland gehören zum überwiegenden Teil direkt oder indirekt den Bürgerinnen und Bürgern selbst. Entgegen gängiger Auffassung sind nur 13 Prozent der Wohnungen in Deutschland im Besitz privatwirtschaftlicher Unternehmen, mit 43 Prozent halten dagegen Privatpersonen den größten Anteil. Weitere große Bestandshalter sind Eigentümergemeinschaften, die öffentliche Hand und Genossenschaften. Weil die gesamte Bevölkerung Eigentümer oder […]
Office Interaktion

Vom Büro zum Brand Experience Space

Home oder Office? In deutschlandweiten Befragungen sind wir der Frage auf den Grund gegangen, ob wir das physische Büro überhaupt noch brauchen und wie ArbeitnehmerInnen das Homeoffice überhaupt bewerten. Die Ergebnisse decken sich dabei mit den Erhebungen unserer internationalen Kollegen: 80 Prozent der Befragten können sich vorstellen dauerhaft 1-2 Tage pro Woche zuhause zu arbeiten. […]
Mehr