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Coworking Center: zu viel Romantik

Was wollen Nutzer? Was leisten Anbieter? Die Studie „Coworking Center – brauchen wir das?“ geht der Frage auf den Grund, unter welchen Voraussetzungen Coworking-Center nicht nur kurzfristiger Hype, sondern ein nachhaltiges Geschäftsmodell sein können. Die Ergebnisse unserer Befragung liefern erstaunliche Hinweise darauf, wie sich die Angebote von Coworking-Centern noch auf die Bedürfnisse ihrer Nutzer einspielen müssen.

Schnell rein, schnell raus: Flexibilität als Erfolgsfaktor

Das größte Pfund, mit dem Coworking-Center wuchern können, liegt in der flexiblen Verfügbarkeit von Flächen. In begehrten Lagen, in denen es sonst auf absehbare Zeit keine anmietbaren Flächen für Unternehmen gibt, ist die Chance in einem Coworking-Center unterzukommen deutlich höher. Auch flexible Vertragslaufzeiten und Flächenanpassungen in Echtzeit sind eindeutig als Erfolgsfaktor zu identifizieren.

Selbst Corporates aber auch große Konzerne arbeiten immer häufiger mit separaten Projektteams oder gehen eine Kooperation mit einem Startup ein – dafür benötigen sie Flächen, an die sie nicht langfristig gebunden sind und die flexibel nach Bedarf erweitert oder verkleinert werden können.

Für Startups sind die flexiblen Modalitäten nicht nur ein Vorteil, sondern mitunter existenziell für den Unternehmenserfolg. Starke Wachstumsphasen können vorhandene Flächen schnell überlasten und das aktuelle Büro schnell obsolet machen, zeitgleich werden langfristige finanzielle Bindungen umgangen. Gerade in angespannten Büromärkten liefern Coworking-Center auch dazu die passende Lösung.

Was Nutzer wollen: don‘t believe the hype!

Sind Coworking-Center also eine ideale Dienstleistung zur richtigen Zeit? Nicht immer sind sich Nutzer und Anbieter darin einig. Zum Beispiel schätzen Coworking Anbieter den Stellenwert von unternehmensübergreifenden Events und gemeinsamen Lounge-Bereichen viel zu hoch ein. Die Unternehmen selbst betrachten diese eher als nice to have statt als ausschlaggebenden Anmietungsgrund. Viel wichtiger sind Nutzern die Bereitstellung der optimalen technischen Infrastruktur und von Konferenzräumen.

Ähnlich verhält es sich mit dem Umfeld der Center. Die Betreiber glauben mehrheitlich, dass ein Hipster-Kiez ein Top-Kriterium für den Standort von Coworking Centern sei. Fehleinschätzung! Nutzern geht es vorrangig um profanere Standorteigenschaften wie die zentrale Erreichbarkeit in der Innenstadt oder die Nähe zum Firmensitz.

Die Bedürfnisse der Nutzer decken sich in einigen Punkten also nicht mit den Prioritäten der Anbieter. Aber: Coworking ist eine immer noch sehr junge Branche, die erst am Beginn ihrer Expansion steht. Im Jahr 2017 tauchten Coworking-Center erstmals wahrnehmbar am Büromarkt auf und konnten aus dem Stand einen Marktanteil von 5 % erzielen – im Vergleich zum Jahr davor eine Verfünffachung! Vor uns liegt also eine spannende Entwicklung von und mit Coworking-Centern, die zum echten Player am Büromarkt avancieren.

Schafft es Coworking auf Dauer?

Im Titel der Studie stellen wir – zugegeben etwas provokant – die Frage, ob wir Coworking überhaupt brauchen. Soviel kann ich vorwegnehmen: Ja, wir brauchen Coworking! Die Center übernehmen gerade in angespannten Büromärkten eine wichtige Pufferfunktion, die ihren Nutzern (zwei Drittel Corporates und Konzerne, ein Drittel Startups und Kleinstunternehmen) Möglichkeiten bereitstellt, die sie am derzeitigen Markt so nicht haben.

Die Antwort auf die Richtungsfragen, worauf es beim Coworking wirklich ankommt und welche Faktoren der Branche ihre Zukunftsfähigkeit garantieren, liefert unsere Studie, die Sie hier kostenlos downloaden können: „Coworking Center – brauchen wir das?

Lese-Tipp: Coworking-Center, Coworking-Spaces oder Business-Center: welche Vor- und Nachteile die einzelnen Coworking-Spielarten haben, erfahren Sie im Blogbeitrag meines Kollegen: „Coworking – professionelle Coolness“.


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