Deutliche Erholung der Nachfrage nach flexiblen Büroflächen in Europa nach COVID-19-Krise erwartet

  • Im ersten Halbjahr 2020 entstanden die meisten neuen Flexible-Workspace-Flächen in Märkten mit geringer Sättigung
  • In deutschen TOP 7-Märkten vergleichsweise schwaches Anmietungsgeschehen
  • Marktsegment allein unter Flexibilisierungsgesichtspunkten für Deutschland und Europa mittelfristig weiter bedeutend

München, 21. Oktober 2020 – Europäische Märkte mit einem niedrigen Bestand an flexiblen Büroflächen haben im ersten Halbjahr 2020 das größte Wachstum in diesem Segment verzeichnet. Dies geht aus dem aktuellen Flexible-Workspace-Bericht des internationalen Immobiliendienstleisters Colliers International hervor.

Laut dem Bericht „Flex Forward” verzeichneten Märkte wie Wien, Moskau und St. Petersburg in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen relativ hohen Flächenumsatz im Flexible-Workspace-Segment von bis zu 30 Prozent des gesamten Büroflächenumsatzes. Es wurden insgesamt 162.000 Quadratmeter neue flexible Büroflächen auf den Markt gebracht. Somit liegt ihr Marktanteil gemessen an modernen Büroflächen im regionalen Durchschnitt bei knapp unter 2 Prozent. Das Wachstum im Segment hat sich zwar verlangsamt, lag im ersten Halbjahr 2020 jedoch immer noch bei 1,6 Prozent.

Wolfgang Speer, Head of Office & Occupier Services bei Colliers International Deutschland: „In den meisten der sieben großen deutschen Bürozentren war das Anmietungsgeschehen seitens der Betreiber von Flexible Workspaces seit Jahresbeginn relativ ruhig und lag deutlich unter dem für die Region EMEA ermittelten Durchschnittswert von 6 Prozent am Gesamtflächenumsatz. Das gilt vor allem für Standorte wie München, Berlin und Frankfurt, die in den letzten zwei Jahren als ´Spätstarter´ im europäischen Kontext sehr starke Wachstumsraten in dem Segment verzeichneten.“

Dauerhaft erwartet aber auch Speer weiterhin eine marktprägende Rolle des Flex-Segmentes für den deutschen wie auch den gesamteuropäischen Büromarkt. „Der Büroarbeitsplatz steht seit der COVID-19-Pandemie im Fokus der Aufmerksamkeit, da sich Beschäftigte auf der ganzen Welt mit einem Mal in einer völlig neuen Arbeitsumgebung zurechtfinden müssen, üblicherweise zuhause am Küchentisch oder im eigens dafür eingerichteten Homeoffice. Zwar bleibt der Flexible-Workspace-Sektor nicht von den Auswirkungen der Pandemie verschont, Sorgen um das Überleben des Sektors sind jedoch unbegründet.

Stattdessen beobachten wir eine Modernisierung der Büroflächennutzung seitens der Mieter sowie einen Trend hin zu flexiblen Lösungen innerhalb der Branche, um kurz- bis mittelfristige Herausforderungen zu bewältigen. Auch auf Seiten der Vermieter besteht Interesse an einer Angebotsdiversifizierung in diesem Marktsegment, was auf zunehmendes Wachstum im Laufe des nächsten Jahres und darüber hinaus hindeutet.”

In den vergangenen fünf Jahren hat sich das Angebot an flexiblen Büroflächen in Europa verdreifacht. WeWork und IWG haben aktuell zwar eine marktbeherrschende Stellung inne, ihre Dominanz wird jedoch von einer wachsenden Zahl an Anbietern, die in mehreren Märkten aktiv sind oder mehrere Standorte betreiben, sowie Eigennutzern herausgefordert. In den 42 untersuchten Märkten gibt es laut Colliers-Bericht über 1.300 Büroflächenbetreiber an über 3.300 Standorten.

Istvan Toth, Associate Director und Data Scientist für EMEA Research bei Colliers: „Wir beobachten aktuell zwei wesentliche Trends, die die Anpassungsfähigkeit des Sektors angesichts veränderter Rahmenbedingungen aufzeigen. Erstens weisen Betreiber, die ihren Kunden private Arbeitsumgebungen anbieten können, eine positive Geschäftsentwicklung auf, während reine Coworking-Anbieter häufig Schwierigkeiten bei der Bereitstellung zufriedenstellender Hygienekonzepte für Nutzer haben. Zweitens beobachten wir eine Verschiebung der Nachfrage nach flexiblen Büroflächen weg von den Stadtzentren hin zu Innenstadt- und Stadtrandlagen, was auf eine beginnende Dezentralisierung in Anbetracht der Verdichtungs- und Pendlerproblematik in Städten hindeutet.”

Der Flächenumsatz im ersten Halbjahr 2020 zeigt einen Nachfragezuwachs bei flexiblen Büroflächen in Innenstadtlagen auf 52 Prozent im Vergleich zu lediglich 38 Prozent in den Jahren 2018 und 2019. Ebenso stieg die Nachfrage in Stadtrandlagen auf 16 Prozent gegenüber 12 Prozent in den Vorjahren. Der „Flex Forward”-Bericht beschreibt zudem die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten für flexible Büroflächen, die Mietern und Vermietern zur Verfügung stehen.

Speer: „Der große Vorteil dieser Lösungen liegt in ihrer Flexibilität und Vielfältigkeit in der Region EMEA. So können lokale Betreiber ihr Angebot exakt auf die Mieternachfrage vor Ort zuschneiden. Unseren Erkenntnissen nach sind Transaktions- und Mieterverträge nie einheitlich, da sie speziell auf die Anforderungen der Vertragsparteien zugeschnitten werden. ´Flex Forward´ bietet einen Einblick in die verschiedenen Möglichkeiten und beschreibt deren Umsetzbarkeit im Rahmen einer modernen Gewerbeimmobilienstrategie.”

 

Zum Download: Flexible Workspace Report 2020

 

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