Colliers International: Münchner Logistikmarkt legt trotz Mangel an freien Flächen wieder einen Gang zu

– Mietvertragsabschlüsse steigen um rund 31 Prozent
– Flächenumsatz durch Vermietungen und Eigennutzer bei rund 342.400 Quadratmeter
– Handelsunternehmen erneut stärkste Nachfragegruppe
– Innerstädtische Flächen werden zunehmend interessanter
– Stabile Mietpreislage, Steigerung bei Grundstückspreisen verdeutlicht hohe Nachfrage

München, 16. Januar 2017 – Der Münchner Logistikmarkt hat in den letzten 12 Monaten noch einmal deutlich gezeigt, was er zu bieten hat. Rund 265.000 Quadratmeter (+ 31 Prozent) wurden nach Angaben von Colliers International allein durch Vermietungen erzielt. Eigennutzer legten im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls nochmal kräftig nach und generierten rund 77.500 Quadratmeter, so dass sich der gesamte Flächenumsatz in 2016 auf 342.400 Quadratmeter (+ 54 Prozent) summiert.

Insgesamt 119 Mietvertragsabschlüsse sowie fünf bedeutende Eigennutzer-Deals konnten zum Jahresende registriert werden. Während sich die Anzahl der großvolumigen Umsätze über 5.000 Quadratmeter in 2015 verringerte und nur knapp 36 Prozent (ca. 78.900 Quadratmeter) des Umsatzes ausmachten, führten diese mit einem Anteil von rund 53 Prozent bzw. rund 182.300 Quadratmeter das Feld in 2016 an. Eine leichte Abnahme konnte jedoch bei Abschlüssen zwischen 1.001 und 3.000 Quadratmeter festgestellt werden, die im Vergleich zum Vorjahr 17 Prozent einbüßten. Umsätze über 10.000 Quadratmeter generierten alleine knapp 30 Prozent des Flächenumsatzes. Darunter zählt auch die Anmietung von insgesamt rund 15.000 Quadratmeter Neubaufläche in Maisach-Gernlinden im nord-westlichen Umland von München. Dies ist auch der größte registrierte Mietvertragsabschluss in 2016, gefolgt von BMW (14.900 Quadratmeter in Unterschleißheim) und mytheresa.com (ca. 14.000 Quadratmeter in Kirchheim). Größter Eigennutzer-Deal ist die Übernahme des ehemaligen Aldi-Logistikzentrums in Eichenau mit knapp 29.000 Quadratmeter Logistikfläche durch den Großhändler Transgourmet.

Handelsunternehmen sorgten wie auch schon im vergangenen Jahr für den meisten Umsatz und generierten insgesamt rund 124.800 Quadratmeter bzw. 36 Prozent. Unter anderem richtete sich der Online-Händler Amazon im Rahmen seines neuen Liefermodelles neben dem Verteilzentrum in Olching ein 2.000 Quadratmeter großes Warenlager in der Münchner Innenstadt für die Same-Hour-Delivery ein. Insgesamt etwa 17 Prozent des Umsatzes entfiel auf Flächen innerhalb der Stadtgrenzen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Steigerung um 21 Prozent. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf die wachsende Bedeutung der kleinteiligen innerstädtischen Logistik in München. Weiterhin umsatzstärkste Teilmärkte sind die nördlichen Umlandgebiete die insgesamt etwa drei Viertel des Flächenumsatzes generierten.

Das knappe Angebot an verfügbaren Flächen ist auch zum Ende 2016 deutlich spürbar und die hohe Nachfrage kann nicht vollständig bedient werden. Bei einem Flächenbestand von rund 1,6 Millionen Quadratmeter bei Logistikflächen der neuesten Generation stehen aktuell lediglich 34.000 Quadratmeter noch zur Verfügung, so dass sich die Leerstandsrate zum Jahresende hin auf rund 2,1 Prozent einpendelte. Der Leerstand wird in der 1.Jahreshälfte jedoch deutlich abbauen. Für fast alle noch verfügbaren Flächen gibt es bereits Interessenten.

Nicole Kinne, Research Consultant bei Colliers International: „Aufgrund des anhaltend knappen Angebotes bei Industrie- und Logistikflächen könnte die Revitalisierung von industriellen Brachflächen, ähnlich wie es aktuell in anderen Logistikregionen zu beobachten ist, auch in München für Nutzer und Entwickler immer bedeutender werden.“

Die eingeschränkte Verfügbarkeit von passenden Industrie- und Logistikflächen auf dem Münchner Markt wirkte sich im Vergleich zum Vorjahr auf die Mietpreise aus. Während in 2015 die Spitzenmiete für moderne Flächen im Umland bei 6,75 €/m² lag, erhöhte sie sich bereits in den ersten drei Monaten um 10 Cent auf 6,85 Euro/Quadratmeter. Ebenfalls um 10 Cent stieg auch die Durchschnittsmiete an, die nun bei 6,10 Euro/ Quadratmeter. München liegt mit diesem hohen Preisniveau erneut auf Platz 1 bei der Spitzenmiete, gefolgt von Frankfurt (6,30 €) und Stuttgart (6,20 €).

„Weiterhin fehlt es München an modernen und kurzfristig am Markt verfügbaren Industrie- und Logistikflächen. Vor allem großvolumige spekulative Projektentwicklungen könnten die hohe Nachfrage kompensieren und das Flächenangebot ausweiten. Zusätzlich könnte das Bauen von mehrgeschossigen Logistikimmobilien, wie es erstmals in Deutschland durch den Projektentwickler Segro im Westen von München realisiert wird, dem Mangel an freien Flächen entgegenwirken“, so Kurt Zauner, Associate Director bei Colliers International, abschließend.

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